Trade Republic
Trade Republic im Test 2026: Bestpreis-Order für 1 € über 30 Börsen, Direktpreis für 2 € und 2,25 % Zinsen aufs Cash. Konditionen am 24.08.2026 geprüft.
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Trade Republic hat sein Handelsmodell am 2. Juli 2026 grundlegend umgebaut. Statt eines einzigen Handelsplatzes gibt es zwei Ordermodelle: die Bestpreis-Order über ein aggregiertes Orderbuch von 30 Börsen für 1 € Abwicklungspauschale und den Direktpreis mit freier Börsenwahl für 2 €. Auf das Cash-Guthaben zahlt Trade Republic 2,25 % p.a. Alle Konditionen haben wir am 24.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten und in der Pressemitteilung vom 02.07.2026 geprüft. So testen wir.
Stand: 24.08.2026
Trade Republic im Test 2026 – zwei Ordermodelle statt einem Handelsplatz
Was sich mit der Umstellung geändert hat, was eine Order heute wirklich kostet, wie hoch die Zinsen auf nicht investiertes Cash ausfallen und wo das Geld liegt: Die folgenden Abschnitte gehen die Konditionen der Reihe nach durch — alle am 24.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft.
1. Trade Republic auf einen Blick
Trade Republic zählt nach eigenen Angaben über 10 Millionen Kundinnen und Kunden aus 18 europäischen Ländern und mehr als 150 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen. Eine unabhängig geprüfte Rangfolge der deutschen App-Broker nach Kundenzahl gibt es nicht, deshalb führen wir den Anbieter hier nicht als „größten“. Depot, Verrechnungskonto und Karte laufen über die Trade Republic Bank GmbH, eine deutsche Bank mit Vollbanklizenz unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank. Das heißt: Die Abgeltungsteuer wird automatisch abgeführt, und für Cash-Guthaben greift die gesetzliche Einlagensicherung.
Quick-Facts
| Anbieter | Trade Republic Bank GmbH, Berlin |
| Regulierung | BaFin und Bundesbank, deutsche Vollbank |
| Orderkosten | Bestpreis 1 € Abwicklungspauschale pro Trade (zzgl. Fremdkosten und Spreads); Direktpreis 2 € pro Trade, unabhängig von der Ordergröße |
| Handelsplätze | Aggregiertes Orderbuch aus 30 Börsen (u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq, NYSE) oder freie Börsenwahl beim Direktpreis |
| Sparpläne | Ab 1 € Sparrate, ohne Gebühren von Trade Republic; rund 2.900 ETF-Sparpläne (laut extraETF, Datenstand 12.08.2026) |
| Guthabenzins | 2,25 % p. a. auf Cash |
| Depot- und Kontoführung | Keine monatlichen Kosten; weltweit kostenlos Geld abheben ab 100 € |
| Einlagensicherung | Gesetzlich 100.000 € über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken |
| Extras | 1 % Saveback, Round-up, Kinderdepot, kostenloses Web Terminal |
2. Das neue Ordermodell: Wann Bestpreis, wann Direktpreis?
Bis Ende Juni 2026 lief praktisch jede Order über die Lang & Schwarz Exchange. Diese Anbindung ist beendet. Seit dem 2. Juli 2026 gilt ein Zwei-Modell-System, und weil die Umstellung erst rund sieben Wochen alt ist, beschreiben viele Vergleichsseiten weiter den alten Zustand – inklusive des Standardsatzes, die Beschränkung auf einen Handelsplatz sei der größte Nachteil. Dieser Nachteil existiert nicht mehr.
Bestpreis-Order für 1 €: Die Order läuft über ein aggregiertes Orderbuch, in dem Trade Republic die Liquidität von 30 Börsen zusammenführt, darunter Xetra, Euronext, Nasdaq und NYSE. Ausgeführt wird dort, wo der beste Preis liegt. Es fällt 1 € Abwicklungspauschale pro Trade an, zuzüglich Fremdkosten und Spreads – die 1 € sind also nicht zwingend der Endpreis.
Direktpreis für 2 €: Hier wählen Sie den Handelsplatz selbst. Der Preis liegt bei 2 € pro Trade, unabhängig von der Ordergröße.
Die praktische Faustregel: Bestpreis ist die Voreinstellung für den Normalfall. Wer liquide Standardwerte und breite ETFs kauft, will den besten Preis, nicht einen bestimmten Börsenplatz – und spart pro Trade 1 €. Bei zwölf Einmalkäufen im Jahr sind das 12 €, bei 100 Trades 100 €. Direktpreis lohnt sich, wenn die Börsenwahl selbst einen Wert hat: wenn ein Wert nur an einem bestimmten Platz vernünftig handelbar ist, wenn Sie außerhalb der Xetra-Zeiten gezielt an einem Handelsplatz mit fortlaufender Quotierung ausführen wollen, oder wenn Sie ein Limit bewusst gegen einen definierten Referenzmarkt setzen. Der Aufpreis von 1 € ist der Preis für diese Kontrolle – bei einer Order über 5.000 € sind das 0,02 % zusätzliche Kosten, bei 200 € dagegen 0,5 %.
3. Kosten, Sparpläne und das Ende von PFOF
Sonst fällt wenig an: keine monatlichen Depot- oder Kontoführungsgebühren und keine Sparplangebühren — Sparpläne führt Trade Republic ab 1 € Sparrate ohne eigene Gebühren aus. Die Order selbst ist damit nicht kostenlos: Sie kostet 1 € Abwicklungspauschale im Bestpreis-Modell und 2 € im Direktpreis-Modell, jeweils zuzüglich Fremdkosten und Spreads. Laut extraETF (Datenstand 12.08.2026) sind rund 2.900 ETF-Sparpläne verfügbar – eine Sekundärquelle, Trade Republic selbst nennt keine Zahl.
Ein Punkt, der in älteren Texten noch im Futur steht, ist erledigt: Das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow gilt seit dem 1. Juli 2026, Trade Republic hat einen Tag später umgestellt. Rückvergütungen für die Weiterleitung von Orders sind damit für alle EU-Broker Geschichte – „kein PFOF" ist seither kein Unterscheidungsmerkmal mehr, sondern gesetzlicher Standard. Wie sich die Anbieter nach der Umstellung sortieren, zeigt unser Neo-Broker-Vergleich.
4. Zinsen, Saveback und Bankfunktionen
Auf nicht investiertes Cash zahlt Trade Republic aktuell 2,25 % p. a. Die Erträge stammen aus zwei Quellen: Zinsen der Partnerbanken und Dividenden aus Geldmarktfonds. Der Satz ist variabel und kann sich mit dem Zinsumfeld ändern. Im Wettbewerb liegt Trade Republic damit unter Scalable Capital, das auf sein separates Tagesgeldkonto 2,50 % p. a. zahlt – dort verzinst das Broker-Verrechnungskonto selbst allerdings mit 0 %, Geld muss also aktiv umgebucht werden. Beide Modelle im direkten Vergleich: Trade Republic vs. Scalable Capital.
Dazu kommen zwei Funktionen, die den Sparplan mit dem Alltagskonto verbinden. Der Saveback legt 1 % der Kartenausgaben automatisch in den Sparplan – nicht als Cashback aufs Konto, sondern als Investition. Das Round-up rundet Kartenzahlungen auf und investiert die Differenz. Beides ersetzt keine Sparrate, senkt aber die Einstiegshürde. Ergänzend gibt es ein Kinderdepot direkt in der App und weltweit kostenlose Bargeldabhebungen ab 100 € pro Vorgang.
5. App und Web Terminal
Die App bleibt der Kern des Angebots: reduziert und schnell, ohne die Informationsdichte klassischer Broker-Oberflächen. Seit dem 2. Juli 2026 gibt es zusätzlich das Web Terminal im Browser – kostenlos, mit professionellem Charting, Screener und Portfolio-Analysen. Damit fällt einer der bisher am häufigsten genannten Kritikpunkte weg: das Fehlen einer ernstzunehmenden Desktop-Oberfläche für Auswertung und Recherche. Ob es davor eine Web-Version gab, lässt sich nicht belegen – entsprechende Angaben aus älteren Testberichten haben wir nicht übernommen.
6. Sicherheit und Verwahrung
Wertpapiere werden als Sondervermögen verwahrt und fallen bei einer Insolvenz des Brokers nicht in die Insolvenzmasse. Beim Cash ist es komplizierter: Trade Republic hält Kundengelder nach vorliegenden Informationen auf Treuhandsammelkonten bei mehreren Partnerbanken – genannt werden unter anderem Deutsche Bank AG, HSBC Continental Europe S.A., J.P. Morgan SE und Citibank Europe plc. Diese Aufstellung stammt aus einer Sekundärquelle (depotkonto.de), nicht aus einer Anbieterangabe; die pauschale Aussage älterer Testberichte, Trade Republic nutze „die HSBC" als Verwahrstelle, ist jedenfalls unvollständig. Für die Einlagensicherung ist das relevant, weil nicht alle genannten Institute in Deutschland sitzen. Die gesetzliche Sicherung von 100.000 € je Kunde greift über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken – wer dauerhaft mehr Cash hält, sollte das im Blick behalten.
7. Steuern: Was Trade Republic für Sie erledigt – und was nicht
Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fallen in Deutschland 25 % Abgeltungsteuer an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Weil die Trade Republic Bank GmbH ein deutsches Institut ist, wird die Steuer automatisch einbehalten und ans Finanzamt abgeführt – eine Anlage KAP in der Steuererklärung ist dafür nicht nötig, anders als bei ausländischen Depotstellen. Den Freistellungsauftrag müssen Sie selbst setzen: 1.000 € Sparer-Pauschbetrag bei Einzel-, 2.000 € bei Zusammenveranlagung. Ohne ihn wird ab dem ersten Euro Ertrag einbehalten, was Sie sich erst über die Steuererklärung zurückholen. Verluste laufen in getrennte Verrechnungstöpfe (Aktien und allgemein). Wer Gewinne und Verluste aus mehreren Depots gegeneinander verrechnen will, muss bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen – sonst wird der Topf ins Folgejahr vorgetragen und lässt sich nicht mehr depotübergreifend nutzen.
8. Für wen eignet sich Trade Republic?
- Passt gut: Sparplan-Anleger ab 1 € Rate, Einsteiger mit Wunsch nach einer schlanken App, Kartennutzer für Saveback und Round-up, Eltern mit Kinderdepot-Bedarf und alle, die ihr Cash ohne separates Tagesgeldkonto verzinst sehen wollen.
- Passt weniger gut: Anleger, die dauerhaft mehr als 100.000 € als Cash halten, Nutzer, die auf ein bestimmtes Ordertyp-Repertoire angewiesen sind, und alle, die für sehr kleine Orders die Börsenwahl brauchen – dort fällt die 2-€-Pauschale prozentual stark ins Gewicht.
9. Fazit
Der Umbau vom 2. Juli 2026 hat die Ausgangslage verschoben. Das Argument, das jahrelang gegen Trade Republic vorgebracht wurde – ein einziger Handelsplatz –, ist weggefallen; an seine Stelle tritt die Wahl zwischen bester Ausführung für 1 € und freier Börsenwahl für 2 €. Mit 2,25 % auf Cash, gebührenfreien Sparplänen ab 1 €, Saveback, Kinderdepot und kostenlosem Web Terminal ist das ein geschlossenes Paket für alle, die ihre Geldanlage aus einer App heraus steuern wollen. Offen bleiben die Transparenz bei den Fremdkosten oberhalb der 1-€-Pauschale und die Verteilung der Cash-Guthaben auf mehrere Partnerbanken, die der Anbieter selbst nicht prominent ausweist. Alle Konditionen wurden am 24.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft.
Risiko- und Transparenzhinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen; Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Frühere Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel ist ein Konditionsvergleich und stellt weder eine Anlageberatung noch eine Anlageempfehlung oder Steuerberatung dar. Konditionen können sich jederzeit ändern – Prüfdatum dieses Beitrags: 24.08.2026. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links: Bei einem Abschluss erhalten wir eine Vergütung, für Sie ändert sich der Preis nicht.
Häufige Fragen zu Trade Republic
Was kostet eine Order bei Trade Republic?
Seit dem 2. Juli 2026 gibt es zwei Modelle: Die Bestpreis-Order über das aggregierte Orderbuch aus 30 Börsen kostet 1 € Abwicklungspauschale pro Trade, zuzüglich Fremdkosten und Spreads. Der Direktpreis mit freier Börsenwahl kostet 2 € pro Trade, unabhängig von der Ordergröße. Depot- und Kontoführung sind ohne monatliche Kosten, Sparpläne führt Trade Republic ohne eigene Gebühren aus.
Über welche Handelsplätze läuft der Handel bei Trade Republic?
Bei der Bestpreis-Order führt Trade Republic die Liquidität von 30 Börsen in einem aggregierten Orderbuch zusammen, darunter Xetra, Euronext, Nasdaq und NYSE, und führt dort aus, wo der beste Preis liegt. Beim Direktpreis wählen Sie den Handelsplatz selbst. Die frühere Anbindung an die Lang & Schwarz Exchange wurde zum 2. Juli 2026 beendet.
Wie viel Zinsen zahlt Trade Republic auf nicht investiertes Guthaben?
Aktuell 2,25 % p.a. auf das Cash-Guthaben (Stand: 24.08.2026). Die Erträge stammen aus Zinsen der Partnerbanken und aus Dividenden von Geldmarktfonds. Der Satz ist variabel und kann sich mit dem Zinsumfeld ändern.
Führt Trade Republic die Abgeltungsteuer automatisch ab?
Ja. Die Trade Republic Bank GmbH ist ein deutsches Institut und behält die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch ein. Den Freistellungsauftrag über 1.000 € (Einzelveranlagung) beziehungsweise 2.000 € (Zusammenveranlagung) müssen Sie selbst einrichten. Für eine depotübergreifende Verlustverrechnung ist eine Verlustbescheinigung bis zum 15. Dezember nötig.
Wie sind Wertpapiere und Guthaben bei Trade Republic geschützt?
Wertpapiere werden als Sondervermögen verwahrt und fallen bei einer Insolvenz nicht in die Insolvenzmasse. Cash-Guthaben liegt nach vorliegenden Informationen auf Treuhandsammelkonten bei mehreren Partnerbanken, genannt werden unter anderem Deutsche Bank AG, HSBC Continental Europe S.A., J.P. Morgan SE und Citibank Europe plc (Sekundärquelle depotkonto.de). Es gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 € je Kunde über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken.
Was sind Saveback und Round-up bei Trade Republic?
Der Saveback investiert 1 % der Kartenausgaben automatisch in einen Sparplan, statt den Betrag als Cashback aufs Konto zu buchen. Das Round-up rundet Kartenzahlungen auf und legt die Differenz ebenfalls im Sparplan an. Beides läuft über bestehende Sparpläne, die ab 1 € Sparrate ohne Gebühren von Trade Republic ausgeführt werden.