finanzen.net zero

finanzen.net zero im Test 2026: 0 € Ordergebühr ab 500 € über gettex, 1 € Zuschlag darunter, keine Guthabenzinsen. Konditionen, Betreiber und Schwächen im Check.

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finanzen.net zero handelt Aktien, ETFs, Fonds und Anleihen ab 500 € Ordervolumen ohne Ordergebühr — über genau einen Handelsplatz, ohne Guthabenzinsen und mit 1 € Mindermengenzuschlag unterhalb dieser Schwelle. Wir haben Betreiberstruktur, Preismodell und Handelsangebot auf den offiziellen Seiten des Anbieters geprüft. So testen wir.

Stand: 31.08.2026. Die Konditionen von finanzen.net zero wurden am 24.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft, die zum Vergleich genannten Konditionen von Scalable Capital am 31.08.2026.

Wer finanzen.net zero betreibt — und wer dafür haftet

Betreiberin ist die finanzen.net zero GmbH, Gartenstraße 67 in Karlsruhe, eingetragen im Handelsregister Mannheim unter HRB 740449. Sie arbeitet als vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH aus München. Davon strikt zu trennen ist die Abwicklung: Depot und Verrechnungskonto führt die Baader Bank AG. Diese drei Rollen — Vermittlerin, Haftungsdach, Depotbank — werden in vielen Testberichten vermischt. Wer sie auseinanderhält, versteht auch die Kostenmechanik hinter dem Nullpreis.

Zum Konzernhintergrund, mit dem der Anbieter für Seriosität wirbt, gehört ein Detail, das die meisten Vergleichsseiten unterschlagen: Die finanzen.net-Gruppe inklusive zero gehört seit November 2024 dem britischen Private-Equity-Investor Inflexion, der sie für rund 400 Millionen Euro von Axel Springer übernommen hat. An der rechtlichen Sicherheit ändert das nichts — Wertpapiere bleiben Sondervermögen, Guthaben unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 € je Kunde. Für die Erwartung an die künftige Preispolitik ist ein Finanzinvestor aber eine andere Ausgangslage als ein Medienhaus.

Quick-Facts

Betreiberinfinanzen.net zero GmbH, Karlsruhe (HRB Mannheim 740449)
HaftungsdachDonauCapital Wertpapier GmbH, München
DepotbankBaader Bank AG
EigentümerinInflexion (Private Equity, seit November 2024)
Ordergebühr0,00 € ab 500 € Ordervolumen, 1,00 € darunter (zzgl. Spreads)
Depot- und Fremdkosten0,00 € / 0,00 €
Handelsplatzgettex
Handelszeitenwerktags 7:30–23:00 Uhr, samstags 14:00–19:00 Uhr, Krypto 24/7
Sparpläneüber 10.000 ab 1 € Sparrate, 0 € je Ausführung
Guthabenzinsenkeine
Krypto59 Kryptowährungen, in Deutschland verwahrt

Was der Handel wirklich kostet

Die Preisliste ist kurz: 0 € Ordergebühren, 0 € Depotgebühren, 0 € Fremdkostenpauschalen. Die Einschränkung formuliert der Anbieter selbst und ungewöhnlich klar: „Die einzige Bedingung: 500 € Mindestordervolumen." Wer darunter bleibt, zahlt 1 € Mindermengenzuschlag pro Order — bei einer 200-€-Order also 0,5 %. Und in jedem Fall bleibt der Spread, den der Anbieter als „zzgl. marktüblicher Spreads" ausweist. „Kostenlos" heißt hier: keine Gebühr des Brokers, nicht kostenfreier Handel.

Gehandelt wird ausschließlich über gettex. Das ist der eigentliche Preis für den Nullpreis: keine Börsenwahl, kein Xetra, kein Ausweichen bei dünnen Büchern. Vor dem 2. Juli 2026 war das branchenüblich; seither handelt Trade Republic über ein aggregiertes Orderbuch von 30 Börsen und verlangt dafür 1 € pro Bestpreis-Order. Bei Scalable Capital läuft zum 1. September 2026 die Sonderkondition für gettex aus: Eine gettex-Order kostet ab diesem Tag 1,99 € statt 0,99 € im Tarif FREE beziehungsweise statt 0 € ab 250 € Ordervolumen im Tarif PRIME+ (4,99 € im Monat). Über die European Investor Exchange bleibt es unverändert bei 0,99 € im FREE-Tarif und bei 0 € ab 250 € Ordervolumen mit PRIME+; Xetra kostet ab dem 1. September 2026 statt 3,99 € plus Börsengebühr pauschal 1,99 €. Ab 500 € Ordervolumen ist finanzen.net zero damit der einzige der drei, bei dem weder eine Ordergebühr noch eine Monatsgebühr anfällt — unterhalb dieser Schwelle und bei Bedarf an Börsenwahl gilt das nicht.

Zur Auszeichnung, mit der geworben wird: Auf der Startseite steht „Kostensieger in allen Preismodellen bei Stiftung Warentest (12/2025)", dazu Empfehlungen von Finanztip und Finanzfluss. Nur mit dieser Quellenangabe geben wir sie wieder. Die verbreitete Formulierung, finanzen.net zero sei „mehrfach als günstigster Broker ausgezeichnet" worden, lässt sich ohne Heft und Datum nicht belegen.

PFOF-Verbot: umgestellt, ohne dass der Kunde es merkt

Payment for Order Flow ist seit dem 1. Juli 2026 EU-weit verboten. Viele Texte im Netz stehen dazu noch im Futur und spekulieren — bei finanzen.net zero ist die Frage längst beantwortet. Der Broker hat sein Modell bereits zum 1. März 2026 umgestellt, vier Monate vor Inkrafttreten.

Die Mechanik: gettex gewährt eine Bonifizierung, die intern mit dem Abwicklungsentgelt der Baader Bank und dem Vermittlungsentgelt der DonauCapital verrechnet wird. Für Kunden taucht das nicht auf der Abrechnung auf, sondern nur in der Kostenmitteilung vor der Order und im Jahreskostenreport. Am Preis hat sich nichts geändert: Eine gettex-Order ab 500 € kostet weiterhin 0 € Ordergebühr. Die verbreitete Sorge, das PFOF-Verbot mache Neo-Broker teuer, ist hier nicht eingetreten. Was es bei den anderen Anbietern ausgelöst hat, steht im Neo-Broker-Vergleich.

Handelsangebot: Der Anbieter widerspricht sich selbst

Beim Handelsuniversum wird es unangenehm — nicht wegen der Größe, sondern wegen der Zahlen. Auf den offiziellen Seiten stehen am 24.08.2026 mehrere einander widersprechende Angaben nebeneinander: an einer Stelle „mehr als 8.500 Aktien aus 52 Ländern und über 2.000 ETFs", an anderer „mehr als 6.000 Aktien, über 2.000 ETFs und ETCs und mehr als 300.000 Zertifikate", an dritter „mehr als 4.000 Aktien aus 52 Ländern, über 600 ETFs und ETCs, über 2.100 Fonds" — dazu die Sammelangabe „über 900.000 Aktien, Fonds, Zertifikate".

Die Spanne reicht damit bei Aktien von rund 4.000 bis über 8.500, bei ETFs von über 600 bis über 2.000. Wir greifen keine dieser Zahlen heraus, weil jede Auswahl willkürlich wäre. Konsistent belegt ist nur eine Angabe: Aktien aus 52 Ländern. Praktisch heißt das: breit genug für Standardstrategien — wer aber eine konkrete Wunschposition sucht, prüft sie vor der Depoteröffnung in der Suche des Anbieters statt sich auf eine Marketingzahl zu verlassen.

Verlässlich ist der Rest: 59 Kryptowährungen, in Deutschland verwahrt und reguliert, dazu über 50 Krypto-ETPs unter anderem von CoinShares und 21Shares, teils mit Staking. Gehandelt wird werktags von 7:30 bis 23:00 Uhr und samstags von 14:00 bis 19:00 Uhr, Krypto rund um die Uhr — ein unterschätzter Vorteil für alle, die erst abends an den Rechner kommen.

Sparpläne, Altersvorsorgedepot und Kinderdepot

Der Anbieter nennt mehr als 10.000 Aktien- und ETF-Sparpläne, ausführbar ab 1 € Sparrate, ohne Ordergebühr und ausdrücklich ohne Mindermengenzuschlag. Das ist der wichtigste Unterschied zum Einmalkauf: Wer 50 € im Monat spart, zahlt keinen 1-€-Zuschlag — dieselben 50 € als manuelle Order würden ihn auslösen.

Dazu sind Produkte hinzugekommen, die über den reinen Wertpapierhandel hinausgehen: ein Altersvorsorgedepot, das der Anbieter als gebührenfreien Riester-Nachfolger bewirbt, ein Kinderdepot, Bruchstückhandel für teure Einzelaktien, Schweizer Aktien sowie Geldmarkt- und iBonds-ETFs. Bei den Vorsorgeprodukten entscheidet die steuerliche und förderrechtliche Ausgestaltung über den Nutzen, nicht die Gebührenfreiheit allein.

Keine Guthabenzinsen — der klare Nachteil

finanzen.net zero zahlt keine Zinsen auf nicht investiertes Guthaben. Der Anbieter bewirbt keine Verzinsung des Verrechnungskontos und verweist stattdessen auf Geldmarkt- und iBonds-ETFs, die man selbst kaufen kann. Legitim, aber es kostet einen Kaufvorgang, einen Spread und die Beschäftigung mit dem Produkt.

Im Vergleich ist das ein echter Nachteil: Trade Republic zahlt 2,25 % p. a. auf Cash, Scalable Capital 2,50 % p. a. auf sein separates Tagesgeldkonto, Smartbroker+ 2,0 % p. a. bis 100.000 € und Traders Place 2,0 % p. a. ab 5.000 € Mindesteinlage. Die Rechnung ist simpel: 10.000 € Liquiditätsreserve zu 2,25 % sind rund 225 € im Jahr — so viel Ordergebühren spart man anderswo nur mit sehr hoher Handelsfrequenz.

Einzuordnen ist auch die enge Verzahnung mit dem Portal finanzen.net — Kursseiten, Fundamentaldaten und Direktkauf aus derselben Oberfläche. Bequem und für datenorientierte Anleger ein Mehrwert, ein Alleinstellungsmerkmal aber nicht: Die Smartbroker Holding betreibt mit wallstreet:online, Ariva, Boersennews und Finanznachrichten dieselbe Konstruktion.

Steuern: Was automatisch abgeführt wird

Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fallen in Deutschland 25 % Abgeltungsteuer an, zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Einzelveranlagung) beziehungsweise 2.000 € (Zusammenveranlagung) bleibt nur steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt — er wirkt nicht rückwirkend. Da das Depot über die Baader Bank AG und damit über ein deutsches Institut läuft, wird die Steuer automatisch einbehalten und abgeführt; eine Anlage KAP ist anders als bei ausländischen Depotstellen nicht zwingend nötig.

Verluste laufen in getrennte Verrechnungstöpfe — einen allgemeinen und einen für Aktienveräußerungsverluste. Wer Gewinne und Verluste aus mehreren Depots gegeneinander verrechnen will, muss bis zum 15. Dezember eine Verlustbescheinigung beantragen; danach wird der Verlust nur noch ins Folgejahr vorgetragen.

Für wen sich finanzen.net zero eignet

  • Passt gut zu: Sparplan-Anlegern (ab 1 €, ohne Zuschlag), Ordergrößen ab 500 €, Nutzern des Portals finanzen.net, Krypto-Interessierten mit Wunsch nach deutscher Verwahrung, Abend- und Samstagshändlern.
  • Passt schlecht zu: vielen Kleinorders unter 500 €, allen, die Guthabenzinsen erwarten, Anlegern mit Bedarf an Xetra oder freier Börsenwahl.

Fazit

finanzen.net zero liefert, was der Name verspricht — mit Fußnote. Ab 500 € Ordervolumen ist der Handel über gettex gebührenfrei, Depotführung und Fremdkostenpauschalen entfallen, Sparpläne laufen ab 1 € ohne Zuschlag, und die Umstellung nach dem PFOF-Verbot ist seit dem 1. März 2026 abgeschlossen, ohne dass der Preis gestiegen wäre.

Die Schwächen liegen woanders: keine Guthabenzinsen, während vier Wettbewerber zwischen 2,0 und 2,5 % p. a. zahlen. Genau ein Handelsplatz. Und Zahlen zum eigenen Angebot, die sich um mehr als das Doppelte unterscheiden — belegt ist nur „52 Länder". Wer viel Cash parkt oder Börsenwahl braucht, ist anderswo besser aufgehoben. Wer ab 500 € kauft oder monatlich bespart, findet hier das Depot, das Stiftung Warentest in Heft 12/2025 als „Kostensieger in allen Preismodellen“ geführt hat.

Risiko- und Transparenzhinweis: Wertpapiere, ETFs und Kryptowerte unterliegen Kursschwankungen; Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Die frühere Wertentwicklung ist kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel ist ein Konditionsvergleich auf Basis öffentlich zugänglicher Anbieterangaben und stellt keine Anlageberatung und keine Anlageempfehlung dar. Konditionen und Produktangebote können sich jederzeit ändern — geprüft am 24.08.2026, die Vergleichsangaben zu Scalable Capital am 31.08.2026. Die mit * gekennzeichneten Links sind Provisionslinks; für dich ändert sich der Preis dadurch nicht.

Häufige Fragen zu finanzen.net zero

Ist finanzen.net zero wirklich kostenlos?

Ab 500 € Ordervolumen fallen über gettex 0 € Ordergebühren an, dazu 0 € Depotgebühren und 0 € Fremdkostenpauschale. Unterhalb von 500 € berechnet der Broker einen Mindermengenzuschlag von 1 € pro Order. In jedem Fall bleibt der marktübliche Spread, den der Anbieter selbst ausweist. Sparpläne laufen ab 1 € Sparrate ohne Ordergebühr und ohne Mindermengenzuschlag.

Wer betreibt finanzen.net zero und wer beaufsichtigt den Broker?

Betreiberin ist die finanzen.net zero GmbH in Karlsruhe (HRB Mannheim 740449). Sie ist vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH in München. Depot und Verrechnungskonto führt die Baader Bank AG — das ist eine separate Rolle. Eigentümerin der finanzen.net-Gruppe inklusive zero ist seit November 2024 der britische Private-Equity-Investor Inflexion, zuvor Axel Springer.

Was hat das PFOF-Verbot bei finanzen.net zero verändert?

Payment for Order Flow ist seit dem 1. Juli 2026 EU-weit verboten. finanzen.net zero hat sein Modell bereits zum 1. März 2026 umgestellt: gettex gewährt eine Bonifizierung, die intern mit dem Abwicklungsentgelt der Baader Bank und dem Vermittlungsentgelt der DonauCapital verrechnet wird. Sichtbar ist das für Kunden nur in der Kostenmitteilung und im Jahreskostenreport. Der Preis pro Order hat sich dadurch nicht geändert.

Gibt es bei finanzen.net zero Zinsen auf nicht investiertes Guthaben?

Nein. finanzen.net zero bewirbt keine Verzinsung des Verrechnungskontos und verweist stattdessen auf Geldmarkt- und iBonds-ETFs. Zum Vergleich (Stand 24.08.2026): Trade Republic zahlt 2,25 % p. a. auf Cash, Scalable Capital 2,50 % p. a. auf ein separates Tagesgeldkonto, Smartbroker+ 2,0 % p. a. bis 100.000 € und Traders Place 2,0 % p. a. auf einem Zinskonto ab 5.000 € Mindesteinlage.

Wie groß ist das Handelsangebot von finanzen.net zero?

Das lässt sich nicht seriös auf eine Zahl bringen: Der Anbieter nennt auf seinen eigenen Seiten mehrere widersprüchliche Angaben — je nach Stelle mehr als 4.000, mehr als 6.000 oder mehr als 8.500 Aktien und zwischen über 600 und über 2.000 ETFs. Konsistent belegt ist nur, dass Aktien aus 52 Ländern handelbar sind. Dazu kommen 59 in Deutschland verwahrte Kryptowährungen und über 50 Krypto-ETPs. Wer eine konkrete Position sucht, prüft sie vor der Depoteröffnung in der Suche des Anbieters.

Führt finanzen.net zero die Abgeltungsteuer automatisch ab?

Ja. Da das Depot über die Baader Bank AG und damit über ein deutsches Institut geführt wird, werden 25 % Abgeltungsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer automatisch einbehalten. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (Einzelveranlagung) beziehungsweise 2.000 € (Zusammenveranlagung) bleibt nur dann steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag erteilt ist. Für eine depotübergreifende Verlustverrechnung ist eine Verlustbescheinigung bis zum 15. Dezember nötig.

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