Aktien kaufen ohne Gebühren 2026: Wo 0 Euro noch gilt
Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst oder registrierst du dich darüber, erhalten wir eine Provision — der Preis für dich bleibt gleich. Wie wir testen und bewerten

Einzelorders für 0,00 € gibt es 2026 weiterhin, aber nur unter Bedingungen: finanzen.net zero und Smartbroker+ handeln ab 500 € Ordervolumen über gettex ohne Ordergebühr, Traders Place über gettex und den Baader-Direkthandel, Scalable Capital im Tarif PRIME+ (4,99 €/Monat) ab 250 € Ordervolumen über die European Investor Exchange – auch ab dem 1. September 2026. Ohne Bedingung gebührenfrei sind dagegen die Sparplanausführungen bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und flatex. Bei Trade Republic ist die Orderprovision kostenfrei, es fällt aber eine Abwicklungskostenpauschale von 1,00 € an.
Alle Konditionen am 31.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft; die Preisliste von Scalable Capital haben wir an diesem Tag erneut abgeglichen.
Warum das Nullpreis-Versprechen gerade unter Druck steht
Das Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) gilt seit dem 1. Juli 2026 und stammt aus der MiFIR-Reform. PFOF bezeichnet Rückvergütungen, die ein Handelsplatz an den Broker zahlt, der ihm die Kundenorder zuleitet. Genau diese Zahlungen haben bei mehreren Anbietern die 0-€-Order mitfinanziert. Fällt die Einnahmequelle weg, muss das Geld an anderer Stelle hereinkommen – und derzeit lässt sich live beobachten, wie jeder Anbieter das anders löst.
Trade Republic hat am 02.07.2026 umgestellt und die Anbindung an die Lang & Schwarz Exchange beendet. finanzen.net zero hat den Wechsel bereits zum 01.03.2026 vollzogen, der Kundenpreis blieb unverändert. Bei Scalable Capital läuft zum 01.09.2026 die Sonderkondition für den Handelsplatz gettex aus: Orders über gettex kosten ab diesem Datum 1,99 € statt 0,99 € (Tarif FREE) beziehungsweise statt 0 € ab 250 € Ordervolumen (Tarif PRIME+). Die European Investor Exchange bleibt davon unberührt, Xetra wird im selben Zug von 3,99 € plus Börsengebühr auf 1,99 € pauschal günstiger. Nebenbei ist damit auch ein altes Werbeargument erledigt: „Wir nutzen kein PFOF“ ist kein Unterscheidungsmerkmal mehr, weil es für alle gilt.
Wo 0,00 € heute noch draufsteht – und was daran hängt
Die folgende Tabelle trennt zwei Dinge, die in der Werbung oft verschwimmen: die Bedingung, unter der eine Einzelorder 0 € kostet, und den Preis, der außerhalb dieser Bedingung fällig wird. Die letzte Spalte zeigt die Sparplanausführung, bei der die Lage deutlich einfacher ist. Spreads sind in keinem einzigen Feld dieser Tabelle enthalten.
| Anbieter | Bedingung für 0 € bei Einzelorders | Was sonst fällig wird | Sparplan |
|---|---|---|---|
| Trade Republic | Keine 0-€-Order: Orderprovision kostenfrei, aber 1,00 € Abwicklungskostenpauschale (Bestpreis-Order) | 2,00 € Direktpreis bei freier Börsenwahl (30 Börsenplätze) | 0 €, ab 1 € Sparrate |
| Scalable Capital | Über die European Investor Exchange: im Tarif FREE der Kauf von PRIME-ETFs ab 250 €, im Tarif PRIME+ jeder Trade ab 250 € – vor und nach dem 01.09.2026 unverändert. Über gettex galt dasselbe nur bis zum 31.08.2026. | An der European Investor Exchange unterhalb der Bedingung 0,99 €, ebenfalls unverändert. Über gettex ab 01.09.2026 1,99 € pro Trade in beiden Tarifen, auch für PRIME-ETFs (bis 31.08.2026: 0,99 € bzw. 0 € ab 250 €). Xetra ab 01.09.2026 1,99 € pauschal statt 3,99 € plus Börsengebühr. PRIME+ kostet 4,99 €/Monat | 0 €, ab 1 € Sparrate |
| finanzen.net zero | Ab 500 € Ordervolumen, ein Handelsplatz (gettex) | 1 € Mindermengenzuschlag unter 500 €; keine Depotgebühren, keine Fremdkostenpauschale | Sparpläne ab 1 € |
| Smartbroker+ | Ab 500 € Ordervolumen über gettex sowie im OTC-Direkthandel bei den Premiumpartnern | 1 € bis 499,99 €; Xetra 4 € + 0,01 % plus börsenplatzabhängige Entgelte ab 1,50 € → mindestens 5,50 €; Tradegate, L&S Exchange und Baader Trading je 4 € | 0 € (Aktien, ETFs, ETCs, Fonds, Krypto-ETPs) |
| Traders Place | 0,00 € über gettex und den Baader-Direkthandel | 0,95 € bei Orders unter 500 € Kurswert; alle anderen Handelsplätze 3,00 € bis 6,75 € | Teils kostenpflichtig |
| flatex | Keine 0-€-Order im Standardpreis | 5,90 € Orderprovision für Aktien zzgl. Fremdkosten → real 6,95 € bis 7,90 € pro Order | 0,00 € für alle ETF- und Fondssparpläne, über 6.000 Stück, Mindestsparrate 25 € |
Der ehrliche Kern: gebührenfrei sind vor allem Sparplanausführungen
Wer die Tabelle von rechts liest, sieht das eigentliche Muster. Die Sparplanausführung kostet bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und flatex 0 € – ohne Mindestordervolumen, ohne Handelsplatzbedingung, ohne Tarifbindung. Bei Trade Republic und Scalable Capital geht das ab 1 € Sparrate, bei flatex ab 25 € Mindestsparrate. Das ist der einzige Bereich, in dem die Null keine Fußnote hinter sich herzieht.
Bei Einzelkäufen ist sie dagegen fast immer an eine Bedingung geknüpft: an ein Mindestvolumen (500 € bei finanzen.net zero und Smartbroker+, 250 € bei Scalable Capital), an einen bestimmten Handelsplatz (gettex bei Smartbroker+ und Traders Place, die European Investor Exchange bei Scalable Capital ab dem 1. September 2026) oder an einen Tarif (PRIME+ bei Scalable Capital für 4,99 € im Monat). Wer dieselbe Order bei Smartbroker+ statt über gettex an der Xetra aufgibt, zahlt statt 0 € mindestens 5,50 €. Der Handelsplatz ist damit oft der größere Kostenhebel als die Wahl des Brokers.
Und in keinem Fall ist der Spread enthalten – die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs am jeweiligen Handelsplatz. finanzen.net zero weist ihn offen aus und formuliert zum Geschäftsmodell: „Die Ordergebühren übernehmen unsere Handelspartner für Dich.“ Bei nur einem angebundenen Handelsplatz lässt sich der Ausführungskurs allerdings nicht gegen andere Börsen vergleichen. Eine Übersicht über alle Preismodelle findet ihr im Neo-Broker-Vergleich.
Die drei Anbieter aus diesem Artikel im Detail
finanzen.net zero – 0 € ab 500 €, an einem Handelsplatz
finanzen.net zero handelt ab 500 € Ordervolumen ohne Ordergebühren, darunter fällt 1 € Mindermengenzuschlag an. Depotgebühren und Fremdkostenpauschale gibt es nicht, marktübliche Spreads kommen hinzu. Gehandelt wird über einen Handelsplatz (gettex). Das Angebot umfasst nach Anbieterangaben über 8.500 Aktien aus 52 Ländern und über 2.000 ETFs, Sparpläne sind ab 1 € möglich. Auf das Verrechnungskonto gibt es keine Guthabenzinsen; der Anbieter verweist stattdessen auf Geldmarkt-ETFs als Tagesgeld-Alternative. Betrieben wird der Dienst von der finanzen.net zero GmbH in Karlsruhe als vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH, Depotbank ist die Baader Bank AG. Stiftung Warentest hat den Anbieter in Ausgabe 12/2025 in allen Preismodellen als Kostensieger ausgezeichnet. Mehr dazu im finanzen.net zero Test.
Trade Republic – kostenfreie Orderprovision, 1,00 € Abwicklungspauschale
Bei Trade Republic ist die Orderprovision kostenfrei, pro Bestpreis-Order fällt jedoch eine Abwicklungskostenpauschale von 1,00 € an – eine echte Null war es also auch vor der Umstellung nicht. Die Bestpreis-Order wird „unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic“ über ein aggregiertes Orderbuch ausgeführt; zusätzliche Gebühren fallen unabhängig von Ordergröße und Anlageklasse nicht an. Wer die Börse selbst wählen möchte, zahlt 2,00 € Direktpreis und hat 30 Börsenplätze zur Auswahl, darunter Xetra, Euronext und Nasdaq. Sparpläne auf Aktien, ETFs und Crypto laufen ab 1 € kostenfrei, das Web Terminal mit Pro Charting, Asset Screener und Echtzeitkursen ist kostenlos, auf Cash gibt es 2,25 % Zinsen pro Jahr. Anbieterin ist die Trade Republic Bank GmbH in Berlin, eine deutsche Vollbank. Details im Trade Republic Test.
Scalable Capital – der Nullpreis hängt ab dem 1. September 2026 am Handelsplatz
Scalable Capital ist der Fall, bei dem es auf den Handelsplatz ankommt. Bis zum 31.08.2026 gilt an den Handelsplätzen European Investor Exchange (EIX) und gettex dieselbe Kondition: im Tarif FREE (0,00 €/Monat) kostet der Kauf von PRIME-ETFs der Anbieter Amundi, iShares, Vanguard und Xtrackers ab 250 € nichts, jeder andere Trade 0,99 €; im Tarif PRIME+ (4,99 €/Monat) ist jeder Trade ab 250 € kostenfrei, darunter kostet er 0,99 €. Ab dem 01.09.2026 gilt diese Kondition nur noch an der EIX: Im Tarif PRIME+ ist dort jede Order ab 250 € weiterhin kostenfrei und darunter kostet sie 0,99 €, im Tarif FREE bleiben PRIME-ETFs ab 250 € kostenfrei und jeder andere Trade kostet 0,99 €. Über gettex kostet ab demselben Datum jeder Trade 1,99 €; Xetra kostet dann ebenfalls 1,99 € pauschal statt bisher 3,99 € plus Börsengebühr und wird damit günstiger. Alle drei Handelsplätze bleiben verfügbar. Für die Praxis heißt das: Wer im Tarif PRIME+ weiter gebührenfrei handeln will, wählt im Orderfenster die EIX statt gettex – wer gettex aus Gewohnheit stehen lässt, zahlt ab dem 1. September 2026 1,99 € statt nichts. Sparpläne bleiben in beiden Tarifen ab 1 € Sparrate kostenfrei. Beim Zinsangebot lohnt der genaue Blick: 2,50 % pro Jahr gibt es auf unbegrenztes Tagesgeld-Guthaben, das Broker-Verrechnungskonto wird mit 0 % verzinst. Depotbank ist seit Dezember 2025 die Scalable Capital Bank GmbH mit eigener EZB-Vollbanklizenz. Mehr im Scalable Capital Test.
Was das rechnerisch bedeutet
Ohne Empfehlung, nur als Rechnung: Wer ausschließlich per Sparplan investiert, zahlt bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und flatex für die Ausführung nichts – unabhängig von der Rate. Wer Einzelkäufe ab 500 € über gettex tätigt, kommt bei finanzen.net zero, Smartbroker+ und Traders Place auf 0 € Ordergebühr. Bei Scalable Capital bleibt die Order im Tarif PRIME+ ab 250 € Volumen auch nach dem 1. September 2026 gebührenfrei, sofern sie über die European Investor Exchange läuft – gegenzurechnen sind die 4,99 € Monatsbeitrag, also 59,88 € im Jahr. Wer kleinere Beträge einzeln kauft, zahlt fast überall etwas: 1 € Mindermengenzuschlag bei finanzen.net zero und Smartbroker+, 0,95 € bei Traders Place, 1,00 € Abwicklungspauschale bei Trade Republic, 0,99 € bei Scalable Capital über die European Investor Exchange – und 1,99 €, wenn dieselbe Order ab dem 1. September 2026 stattdessen über gettex läuft. Und wer an einer Regionalbörse oder an der Xetra handeln will, verlässt den 0-€-Bereich in aller Regel ganz.
flatex spielt das Spiel gar nicht erst mit: 5,90 € Festprovision für Aktien plus Fremdkosten ergeben real 6,95 € bis 7,90 € pro Order. Dafür handelt es sich um einen klassischen Direktbroker der flatexDEGIRO Bank SE, ein deutsches Kreditinstitut und Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Alle ETF- und Fondssparpläne sind dort 0,00 €. Einen direkten Zweiervergleich der beiden bekanntesten Neo-Broker findet ihr unter Trade Republic vs. Scalable Capital.
Steuern bleiben, auch wenn die Order nichts kostet
Kursgewinne, Dividenden und Zinsen unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (und gegebenenfalls Kirchensteuer). Steuerfrei bleiben Kapitalerträge bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Jahr, bei Zusammenveranlagung 2.000 €. Dafür muss beim Broker ein Freistellungsauftrag hinterlegt sein – wer mehrere Depots führt, verteilt den Betrag auf die Anbieter. Ohne Freistellungsauftrag führt die depotführende Stelle die Steuer direkt ab; zurückholen lässt sich zu viel Gezahltes dann erst über die Steuererklärung.
Risikohinweis
Günstige oder entfallende Ordergebühren senken die Kosten, nicht das Marktrisiko. Aktien, ETFs und ETPs unterliegen Kursschwankungen, ein Totalverlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Artikel ist eine redaktionelle Kostenübersicht und keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung und keine Steuerberatung. Wie wir Anbieter prüfen, steht unter So testen wir.
Weiterlesen bei Benchmark Buddy: Neo-Broker Vergleich | Top Neo-Broker | Smartbroker+ Test | Traders Place Test | flatex Test | So testen wir
Häufige Fragen
Kann ich 2026 noch Aktien ohne Gebühren kaufen?
Ja, aber fast immer nur unter einer Bedingung. finanzen.net zero und Smartbroker+ berechnen ab 500 € Ordervolumen über gettex keine Ordergebühr, Traders Place handelt über gettex und den Baader-Direkthandel für 0,00 €. Bei Scalable Capital ist im Tarif PRIME+ (4,99 €/Monat) jede Order ab 250 € Ordervolumen über die European Investor Exchange gebührenfrei – auch ab dem 1. September 2026. Bei Trade Republic ist die Orderprovision kostenfrei, es fällt aber eine Abwicklungskostenpauschale von 1,00 € an. Spreads sind in keinem dieser Preise enthalten.
Was ändert sich bei Scalable Capital zum 1. September 2026?
Zum 01.09.2026 läuft die Sonderkondition für den Handelsplatz gettex aus: Orders über gettex kosten ab diesem Datum 1,99 € in beiden Tarifen, auch für PRIME-ETFs, statt bisher 0,99 € (FREE) beziehungsweise 0 € ab 250 € Ordervolumen (PRIME+). An der European Investor Exchange ändert sich nichts – im Tarif PRIME+ ist jede Order ab 250 € weiterhin kostenfrei und darunter kostet sie 0,99 €, im Tarif FREE bleiben PRIME-ETFs ab 250 € kostenfrei bei sonst 0,99 €. Xetra kostet ab dem 01.09.2026 1,99 € pauschal statt 3,99 € plus Börsengebühr. Sparpläne bleiben in beiden Tarifen ab 1 € Sparrate kostenfrei.
Ist Trade Republic wirklich kostenlos?
Die Orderprovision ist kostenfrei, pro Bestpreis-Order fällt jedoch eine Abwicklungskostenpauschale von 1,00 € an. Wer die Börse selbst wählt, zahlt 2,00 € Direktpreis und hat 30 Börsenplätze zur Auswahl. Kostenfrei ist dagegen die Sparplanausführung auf Aktien, ETFs und Crypto ab 1 €.
Sind Sparpläne wirklich gebührenfrei?
Die Ausführung kostet bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und flatex 0 €. Bei den ersten beiden geht das ab 1 € Sparrate, bei flatex ab 25 € Mindestsparrate für über 6.000 ETF- und Fondssparpläne. Bei Traders Place sind Sparpläne teils kostenpflichtig. Die laufenden Produktkosten eines ETFs fallen unabhängig vom Broker an.
Welche Kosten stecken hinter dem 0-Euro-Versprechen?
Vier Posten: der Spread am Handelsplatz, ein Mindestordervolumen (500 € bei finanzen.net zero und Smartbroker+), die Bindung an einen bestimmten Handelsplatz — an der Xetra kostet dieselbe Order bei Smartbroker+ mindestens 5,50 € — und Abo-Gebühren wie PRIME+ für 4,99 € im Monat. Bei klassischen Brokern kommen Fremdkosten dazu: bei flatex real 6,95 € bis 7,90 € pro Order.
Was hat das PFOF-Verbot mit den Preisen zu tun?
Das Verbot von Payment for Order Flow gilt seit dem 1. Juli 2026 und stammt aus der MiFIR-Reform. Rückvergütungen der Handelsplätze fallen damit als Finanzierungsquelle weg. Trade Republic hat am 02.07.2026 umgestellt, finanzen.net zero bereits zum 01.03.2026 bei unverändertem Kundenpreis, bei Scalable Capital läuft zum 01.09.2026 die Sonderkondition für gettex aus. „Kein PFOF“ ist deshalb kein Verkaufsargument mehr, weil es für alle gilt.



