Neo-Broker Kosten 2026: Gebühren, versteckte Kosten und Sparpotenzial

Neo-Broker Kosten: Günstiger als gedacht?
Neo-Broker werben mit Orderkosten von null bis einem Euro – ein Bruchteil dessen, was klassische Banken verlangen. Doch wie finanzieren sich die Anbieter, wenn der Handel fast kostenlos ist? Und gibt es versteckte Kosten, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind?
Wir schlüsseln alle Kosten eines Neo-Brokers auf und zeigen dir, worauf du wirklich achten musst.
Ordergebühren: Der offensichtliche Kostenvorteil
Während klassische Banken pro Order oft 10 bis 25 Euro berechnen, liegen Neo-Broker bei null bis einem Euro. Bei Trade Republic zahlst du pauschal einen Euro pro Order, bei Scalable Capital im Free-Tarif null Euro über Gettex, und bei finanzen.net zero ist der Handel ab 500 Euro Ordervolumen komplett kostenlos.
Für Anleger, die regelmäßig handeln, summiert sich dieser Unterschied schnell: Wer zehn Orders im Monat ausführt, spart gegenüber einer klassischen Bank leicht 100 bis 200 Euro pro Monat.
ETF-Sparpläne: Meist komplett kostenlos
Das attraktivste Angebot der Neo-Broker sind die kostenlosen ETF-Sparpläne. Während klassische Banken für Sparplanausführungen 1,50 bis 3 Prozent des Anlagebetrags berechnen, fallen bei den meisten Neo-Brokern keinerlei Gebühren an. Bei einem monatlichen Sparplan von 300 Euro sparst du gegenüber einer klassischen Bank jährlich 54 bis 108 Euro an Gebühren.
Über einen Anlagezeitraum von 20 Jahren und unter Berücksichtigung des Zinseszinseffekts können diese eingesparten Gebühren mehrere tausend Euro ausmachen.
Spread: Die unsichtbaren Kosten
Der Spread ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs eines Wertpapiers. Da die meisten Neo-Broker nur über einen einzigen Handelsplatz (meist Gettex oder L&S Exchange) handeln, kann der Spread zu bestimmten Zeiten höher ausfallen als an der Börse Xetra. Besonders außerhalb der Xetra-Handelszeiten (9:00 bis 17:30 Uhr) können Spreads deutlich ansteigen.
Tipp: Handle möglichst während der regulären Börsenzeiten, um den günstigsten Spread zu erhalten. Für ETF-Sparpläne spielt der Spread eine geringere Rolle, da die Ausführung automatisch zu festgelegten Zeiten erfolgt.
Depotgebühren und Kontoführung
Die gute Nachricht: Kein Neo-Broker in Deutschland erhebt Depotführungsgebühren. Dein Depot ist kostenlos, unabhängig davon, wie viel oder wie wenig du handelst. Auch für das Verrechnungskonto fallen keine Gebühren an.
Einige Broker wie Trade Republic bieten sogar eine Verzinsung auf das Guthaben auf dem Verrechnungskonto. Das bedeutet, dass du auf dein nicht investiertes Geld Zinsen erhältst – ein zusätzlicher Vorteil gegenüber klassischen Banken.
Versteckte Kosten: Worauf du achten solltest
Produktkosten (TER): Unabhängig vom Broker fallen bei ETFs und Fonds laufende Kosten an – die sogenannte Total Expense Ratio. Diese liegen bei gängigen ETFs zwischen 0,07 und 0,50 Prozent pro Jahr und werden direkt vom Fondsvermögen abgezogen.
Währungswechselgebühren: Beim Handel mit ausländischen Aktien in Fremdwährung fallen Währungswechselkosten an. Diese liegen je nach Broker zwischen 0,15 und 0,25 Prozent des Ordervolumens.
Sonderleistungen: Einige Services wie die Übertragung von Wertpapieren zu einem anderen Broker, die Ausstellung von Verlustbescheinigungen oder der Versand von Dokumenten per Post können Gebühren verursachen.
Wie finanzieren sich Neo-Broker?
Die extrem niedrigen Kosten werfen die Frage auf, wie Neo-Broker Geld verdienen. Die Haupteinnahmequelle sind sogenannte Payment for Order Flow (PFOF)-Vergütungen – Rückvergütungen der Handelsplätze für weitergeleitete Orders. Zusätzlich verdienen Broker an Zinsen auf Kundeneinlagen, Premium-Abonnements und Wertpapierleihe.
Fazit: Neo-Broker sind deutlich günstiger
Unterm Strich sind Neo-Broker für die meisten Privatanleger die günstigste Option. Kostenlose ETF-Sparpläne, minimale Ordergebühren und keine Depotkosten – das Einsparpotenzial gegenüber klassischen Banken ist enorm. Achte auf den Spread bei Einzelorders und handle während der Börsenzeiten – dann profitierst du voll von den günstigen Konditionen.
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Häufige Fragen
Welche Gebühren fallen bei Neo-Brokern an?
Typisch sind eine niedrige oder gar keine Ordergebühr (z. B. 1 € bei Trade Republic, 0 € ab 500 € bei finanzen.net Zero), kostenlose Sparpläne und teils Fremdkostenpauschalen. Depotführung ist meist kostenlos.
Gibt es bei Neo-Brokern versteckte Kosten?
Mögliche Nebenkosten sind der Spread am Handelsplatz, Fremdkostenpauschalen oder Abo-Gebühren (z. B. Scalable PRIME+). Für Sparplan-Anleger sind sie meist vernachlässigbar.
Welcher Neo-Broker ist am günstigsten?
Für Sparpläne sind die führenden Anbieter alle kostenlos. Für Einzelorders ist Trade Republic mit 1 € oft am günstigsten, für größere Orders finanzen.net Zero mit 0 € ab 500 €.



