ETF-Sparplan mit Neo-Broker 2026: Kosten und Mindestsparraten

Inhalt geprüft am 26. August 2026 von der Benchmark-Buddy-Redaktion

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ETF-Sparplan mit Neo-Broker 2026: Kosten und Mindestsparraten

ETF-Sparplan beim Neo-Broker: die Konditionen

Ein ETF-Sparplan legt in festem Rhythmus einen gleichbleibenden Betrag in einen börsengehandelten Indexfonds an. Fünf der sechs von uns geprüften Anbieter führen Sparpläne für 0 € aus, ab 1 € Sparrate. Pauschal gilt das nicht: Traders Place berechnet für einen Teil des Angebots 0,50 € je Ausführung, flatex verlangt mindestens 25 € Rate. Alle Konditionen haben wir am 26.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft.

Was ein ETF-Sparplan ist

Ein ETF (Exchange Traded Fund) bildet einen Index nach, etwa den MSCI World. Ein ETF darauf deckt mehr als tausend Unternehmen aus 23 Industrieländern ab. Das verteilt das Risiko über viele Titel und Währungsräume – es beseitigt es nicht: Fällt der Gesamtmarkt, fällt auch ein breit gestreuter ETF. Raten unterhalb eines vollen Anteils führen die Broker über Bruchstücke aus.

Sparplan-Konditionen der sechs geprüften Anbieter

Stückzahlen nennen wir nur, wo der Anbieter selbst eine Zahl ausweist – die Zählweisen unterscheiden sich, eine Rangfolge ergibt sich daraus nicht. flatex ist ein Direktbroker und kein Neo-Broker, läuft hier als Referenz mit.

AnbieterAusführungspreisMindestsparrateAnzahl laut Anbieter
Trade Republic0 € (Aktien, ETFs, Crypto)ab 1 €keine Anbieterangabe
Scalable Capital0 € in beiden Tarifen, auch nach dem 01.09.2026ab 1 €keine Anbieterangabe
Smartbroker+0 € (Aktien, ETCs, ETFs, Fonds, Krypto-ETPs)ab 1 €über 10.800 Sparpläne
finanzen.net zeroohne Ordergebühr und ausdrücklich ohne Mindermengenzuschlagab 1 €mehr als 10.000 Aktien- und ETF-Sparpläne
Traders Place0,00 € für Aktien, Krypto-ETPs und Produkte der Premium-Partner; 0,50 € für sonstige ETFs und Fondsab 1 €rund 10.800 Sparpläne
flatex0,00 € – alle ETF- und Fondssparpläne25 €über 6.000 Sparpläne

Bei Trade Republic*, Scalable Capital*, Smartbroker+, finanzen.net zero und flatex kostet die Ausführung nichts. Bei Traders Place hängt der Preis vom Produkt ab: Aktien, Krypto-ETPs und die Produkte der Premium-Partner Amundi, DWS, DJE, DWS Xtrackers, iShares und Vanguard laufen für 0,00 €, sonstige ETFs und Fonds kosten laut Konditionsübersicht 0,50 €. Dazu kommt eine Spannung in den eigenen Unterlagen: Die Sparplanseite weist dieselben Sparpläne pauschal mit „€ 0 pro Ausführung“ aus. Was im Einzelfall gilt, lässt sich von außen nicht klären – wer einen bestimmten ETF besparen will, prüft ihn vorab im Angebot von Traders Place.

Der zweite harte Unterschied ist die Mindestsparrate: 1 € bei fünf Anbietern, 25 € je Ausführung bei flatex. Ein Sparplan mit 10 € im Monat ist dort nicht abbildbar – nicht wegen der Gebühr, sondern wegen der Untergrenze.

Was „kostenlos“ beim Sparplan tatsächlich meint

0 € bezieht sich auf die Ausführungsgebühr, nicht auf die Gesamtkosten. Zwei Posten bleiben. Erstens die laufenden Kosten des ETF (TER): Sie werden nicht abgebucht, sondern dem Fondsvermögen entnommen; bei breiten Welt-ETFs liegen sie der Größenordnung nach bei wenigen Zehntelprozent pro Jahr, den verbindlichen Wert nennt das Basisinformationsblatt. Zweitens der Spread. Smartbroker+ etwa weist das selbst aus: „zzgl. marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten“. Mehr dazu in unserer Übersicht zu den Neo-Broker-Kosten.

Ein praktischer Punkt spricht für den Sparplanweg: Sparplanausführungen sind von den Mindermengenzuschlägen ausgenommen, die kleine Einzelorders treffen. 50 € per Sparplan kosten bei finanzen.net zero 0 €, dieselben 50 € als Einzelorder lösen dort 1 € Mindermengenzuschlag aus. Bei Smartbroker+ gilt der 1-€-Zuschlag ebenfalls nur für Einzelorders unter 500 €, bei Traders Place 0,95 €.

So läuft die Einrichtung ab

Du wählst den ETF über ISIN oder Suche aus, legst Sparbetrag, Intervall und Ausführungstag fest und richtest einen Dauerauftrag aufs Verrechnungskonto ein. Ein Detail bei Scalable Capital: Das Broker-Verrechnungskonto wird mit 0 % verzinst, die 2,50 % p.a. gelten nur auf dem separaten Tagesgeldkonto. Alle Häuser im Neo-Broker Vergleich.

Thesaurierend und ausschüttend

Thesaurierende ETFs legen Erträge automatisch im Fondsvermögen wieder an, ausschüttende zahlen sie aufs Verrechnungskonto aus. Steuerlich unterscheidet sich, was während der Haltedauer als laufender Ertrag anfällt: bei ausschüttenden Fonds die tatsächlichen Ausschüttungen, bei thesaurierenden nur die Vorabpauschale.

Damit fällt ein häufig zu lesendes Argument in sich zusammen. Die Vorabpauschale ist typischerweise kleiner als echte Ausschüttungen – bei thesaurierenden Fonds bleibt der Sparer-Pauschbetrag also eher ungenutzt. Wer ihn jährlich ausschöpfen möchte, kommt mit ausschüttenden Fonds schneller hin. Das beschreibt die Mechanik und ist keine Empfehlung.

Was der Zinseszinseffekt rechnerisch bewirkt

Ein Rechenbeispiel zeigt die Größenordnung. Annahme: 30 Jahre lang 100 € im Monat bei einer angenommenen konstanten Rendite von 7 % pro Jahr. Rechnerisch ergeben sich daraus rund 121.997 € Endkapital bei 36.000 € eigenen Einzahlungen.

Das ist eine Modellrechnung, keine Prognose. Die 7 % sind eine gesetzte Annahme, kein zugesagter Wert. Gerechnet ist vor Kosten und vor Steuern – TER, Spreads und Besteuerung mindern das Ergebnis. Eine konstante Jahresrendite kommt real nicht vor: Märkte schwanken, einzelne Jahre schließen deutlich negativ.

Steuern beim ETF-Sparplan

Erträge und Kursgewinne unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, in Summe 26,375 %; mit Kirchensteuer rund 27,8 bis 28,0 %. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 €, bei Zusammenveranlagung 2.000 € – wirksam nur über einen Freistellungsauftrag beim Broker. Trade Republic Bank GmbH, Scalable Capital Bank GmbH, Baader Bank AG (für Smartbroker+, finanzen.net zero, Traders Place) und flatexDEGIRO Bank SE sind inländische auszahlende Stellen und führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab.

Bei thesaurierenden Fonds greift die Vorabpauschale. Der Basiszins zum 2. Januar 2026 beträgt 3,20 %, der Basisertrag wird mit 70 % angesetzt, für Aktienfonds ab 51 % Aktienquote gilt eine Teilfreistellung von 30 %. Die Vorabpauschale ist auf die tatsächliche Wertsteigerung des Jahres gedeckelt und entfällt bei Wertverlust vollständig. Zufluss ist der erste Werktag des Folgejahres; beim späteren Verkauf mindert sie den Veräußerungsgewinn.

Beim Teilverkauf gilt FIFO: zuerst gekaufte Anteile gelten als zuerst verkauft – bei langlaufenden Sparplänen sind das die ältesten Raten. Verluste laufen in getrennten Töpfen; Aktienverluste dürfen nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden. Für die depotübergreifende Verrechnung braucht es eine Verlustbescheinigung, Antragsfrist 15. Dezember. Mehr im Steuer-Ratgeber. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung.

Fazit

Fünf der sechs geprüften Anbieter nehmen für die Sparplanausführung 0 €, Traders Place nur für einen Teil des Angebots. Rechnerisch entscheiden deshalb die Mindestsparrate – 1 € gegen 25 € bei flatex – und die Frage, ob der gewünschte ETF unter die 0,50-€-Regel fällt. TER und Spread bleiben in jedem Fall.

Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Auch Sparplanraten können an Wert verlieren, bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die Modellrechnung beruht auf einer gesetzten Annahme und ist keine Prognose. Dieser Beitrag ist eine Konditionsübersicht, keine Anlageberatung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Mit * gekennzeichnete Links sind Partnerlinks; am Preis für dich ändert sich dadurch nichts.


Häufige Fragen

Was kostet eine ETF-Sparplanausführung bei den geprüften Anbietern?

Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+, finanzen.net zero und flatex führen ETF-Sparpläne mit 0,00 € Ausführungsgebühr aus. Bei Traders Place sind Aktien, Krypto-ETPs und die Produkte der Premium-Partner kostenfrei, alle sonstigen ETFs und Fonds kosten laut Konditionsübersicht 0,50 € je Ausführung. Marktübliche Spreads und die laufenden Produktkosten kommen überall hinzu. Stand 26.08.2026.

Ab welchem Betrag ist ein ETF-Sparplan möglich?

Bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+, finanzen.net zero und Traders Place beginnt die Sparrate bei 1 €. flatex verlangt eine Mindestsparrate von 25 € je Ausführung. Ein Sparplan über 10 € im Monat ist dort rechnerisch nicht abbildbar.

Sind ETF-Sparpläne bei Neo-Brokern wirklich kostenlos?

Die Ausführung ist es bei den meisten Anbietern, die Geldanlage insgesamt nicht. Die laufenden Kosten des ETF (TER) werden dem Fondsvermögen entnommen, dazu kommt der Spread am Handelsplatz. Die Anbieter weisen diesen Zusatz selbst aus: zuzüglich marktüblicher Spreads, Zuwendungen und Produktkosten.

Fällt beim Sparplan ein Mindermengenzuschlag an?

Nein, Sparplanausführungen sind davon ausgenommen. 50 € per Sparplan kosten bei finanzen.net zero 0 €, dieselben 50 € als Einzelorder lösen dort den Mindermengenzuschlag von 1 € aus. Bei Smartbroker+ gilt der 1-€-Zuschlag ebenfalls nur für Einzelorders unter 500 €, bei Traders Place sind es 0,95 € unter 500 € Kurswert.

Nutzen thesaurierende ETFs den Sparer-Pauschbetrag besser aus?

Nein, eher umgekehrt. Bei thesaurierenden Fonds entsteht als laufender Ertrag nur die Vorabpauschale, die typischerweise kleiner ausfällt als echte Ausschüttungen – der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleibt damit eher ungenutzt. Wer ihn jährlich ausschöpfen möchte, kommt mit ausschüttenden Fonds schneller hin. Das ist eine Beschreibung, keine Empfehlung.

Wie werden Erträge aus einem ETF-Sparplan versteuert?

Es gilt die Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, also 26,375 %; mit Kirchensteuer rund 27,8 bis 28,0 %. Der Sparer-Pauschbetrag wirkt nur über einen Freistellungsauftrag beim Broker. Die deutschen Depotbanken führen die Kapitalertragsteuer automatisch ab. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung.

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