Junior Depot Vergleich 2026: Kinderdepot bei Neo-Brokern

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Inhalt geprüft am 26. August 2026 von der Benchmark-Buddy-Redaktion
Junior Depot Vergleich 2026: Kinderdepot bei Neo-Brokern

Ein Junior Depot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes. Der Satz, den man dazu am häufigsten liest – Neo-Broker bieten so etwas nicht an –, ist falsch: Fünf der sechs Anbieter in unserem Prüfumfang führen ein Kinderdepot. Alle Konditionen haben wir am 26.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft.

Wem das Geld im Junior Depot gehört

Ein Junior Depot (auch Kinderdepot) gehört rechtlich von der ersten Einzahlung an dem Kind. Eltern verwalten es, aber nicht frei: Sie führen das Vermögen des Kindes treuhänderisch und zu dessen Wohl (§§ 1626 ff., 1642 BGB). Entnahmen für eigene Zwecke sind unzulässig. Mit dem 18. Geburtstag verfügt das Kind allein.

Das ist keine Formalie, sondern der Kern der Entscheidung. Wer den Gedanken „notfalls hole ich mir das Geld zurück" im Hinterkopf hat, spart besser im eigenen Depot.

Kinderdepot bei Neo-Brokern: fünf von sechs führen eines

AnbieterKinderdepotMindestsparrateSparplan-AusführungBesonderheit
Trade Republicjaab 1 €0 € (Aktien, ETFs, Crypto)Eröffnung laut Anbieter direkt in der App
Scalable Capitaljaab 1 €0 € in beiden Tarifen, auch nach dem 01.09.2026eigene Kinderdepot-Seite des Anbieters
finanzen.net zerojaab 1 €0 €, ausdrücklich ohne Mindermengenzuschlagdaneben ein Altersvorsorgedepot
Traders Placejaab 1 €0,00 € für Aktien, Krypto-ETPs und Produkte der Premium-Partner; 0,50 € für sonstige ETFs und Fondsdie Bonus-AGB schließen Kinder- und Gemeinschaftsdepots ausdrücklich aus
flatexja25 €0,00 € für alle ETF- und FondssparpläneKinderdepot ohne Kryptowerte
Smartbroker+keine Anbieterangabeab 1 €0,00 € (Aktien, ETCs, ETFs, Fonds, Krypto-ETPs)

Für Smartbroker+ liegt uns dazu keine Anbieterangabe vor – eine offene Stelle, kein „nein". Die Mindestsparraten sind die allgemeinen Sparplan-Konditionen; ob im Kinderdepot dieselben Regeln gelten, sagen die Anbieterseiten nicht.

Nicht belegt sind Mindestalter, Legitimationsverfahren, Zustimmungserfordernisse, Eröffnungsdauer, Mindestbeträge und die Zahl der Sparpläne im Kinderdepot – dazu machen wir keine Angaben, das klärt ihr beim Anbieter. Die Konditionen im Einzelnen stehen in den Tests zu Trade Republic und flatex sowie im Neobroker-Vergleich.

Direktbanken führen ebenfalls Kinderdepots, gehören aber nicht zu unserem Prüfumfang – Konditionen nennen wir dazu nicht.

Die Mindestsparrate ist das praktischste Auswahlkriterium

Kinderdepots werden selten mit großen Summen bespart – deshalb ist die Mindestsparrate der konkreteste belegbare Unterschied zwischen den Anbietern. Wer 10 € im Monat zurücklegen will, kann das bei Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero, Smartbroker+ und Traders Place ab 1 € tun. Bei flatex beginnt der Sparplan erst bei 25 € je Ausführung. Wer ohnehin 50 € je Position spart, merkt die Hürde nicht.

Beim Ausführungspreis liegen fünf Anbieter bei 0 €. Die Ausnahme ist Traders Place: Aktien, Krypto-ETPs und Produkte der Premium-Partner (Amundi, DWS, DJE, DWS Xtrackers, iShares, Vanguard) laufen für 0,00 €, für sonstige ETFs und Fonds nennt die Konditionsübersicht 0,50 € je Ausführung – die Sparplanseite desselben Anbieters dagegen „€ 0 pro Ausführung". Diese Spannung können wir von außen nicht auflösen. Bei flatex läuft das Kinderdepot ohne Kryptowerte, ein Detail, das sonst kein Anbieter so ausweist.

Depot auf das Kind oder auf euch selbst?

Für das Depot auf den Namen des Kindes spricht die Steuerseite: eigene Freibeträge, die sonst ungenutzt bleiben. Dagegen spricht die Bindung – zurückholen könnt ihr das Geld nicht.

Beim BAföG wird das oft verkehrt herum erzählt. Angerechnet wird das Einkommen der Eltern, nicht deren Vermögen – dagegen sehr wohl das Vermögen des Kindes, Freibetrag 15.000 € (§ 29 BAföG; ab 30 Jahren 45.000 €). Das BAföG-Risiko liegt also beim Depot auf den Namen des Kindes, nicht beim Elterndepot.

Im eigenen Depot behaltet ihr die Kontrolle, versteuert die Erträge aber über euren Sparer-Pauschbetrag. Ein späterer Übertrag auf das Kind ist ein Übertrag mit Gläubigerwechsel – eine Schenkung, die dem Finanzamt gemeldet wird.

Steuern im Kinderdepot: Freibeträge und der vergessene Freistellungsauftrag

Kapitalerträge unterliegen der Abgeltungsteuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag von 5,5 % darauf, in Summe 26,375 %; mit Kirchensteuer rund 27,8 bis 28,0 %. Das Kind hat einen eigenen Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € – wirksam nur über einen eigenen Freistellungsauftrag beim Broker. Das ist der Schritt, den Eltern am häufigsten vergessen.

Dazu kommen der Grundfreibetrag von 12.348 € für 2026 (§ 32a EStG) und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €. Übereinanderlegen lassen sich diese Beträge nur, solange das Kind keine weiteren Einkünfte hat. Ein Ausbildungsgehalt oder ein Ferienjob verschiebt die Rechnung – eine runde Summe, ab der „alles steuerfrei" bleibt, gibt es nicht.

Die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse hat 2026 eine Einkommensgrenze von 565 € im Monat. Wer Verluste depotübergreifend gegenrechnen will, braucht eine Verlustbescheinigung – Antragsfrist ist der 15. Dezember. Die Kapitalertragsteuer führen die deutschen Depotstellen automatisch ab: Trade Republic Bank GmbH, Scalable Capital Bank GmbH, Baader Bank AG (für Smartbroker+, finanzen.net zero und Traders Place) und flatexDEGIRO Bank SE. Mehr dazu im Steuerratgeber für Neobroker. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung.

Was aus 50 € im Monat rechnerisch werden kann

Eine Modellrechnung, keine Prognose. Annahme: 216 Monatsraten von der Geburt bis zum 18. Geburtstag, monatliche Verzinsung, über die Laufzeit konstante Rendite, vor Kosten und Steuern.

Monatsratebei 7 % p.a.bei 8 % p.a.
50 €21.536 €24.004 €
100 €43.072 €48.009 €

Eine konstante Jahresrendite gibt es an den Märkten nicht: Der Wert zum Stichtag hängt davon ab, wie die letzten Jahre vor dem 18. Geburtstag gelaufen sind. Fondskosten, Spreads und Steuern mindern das Ergebnis zusätzlich.

Fazit

Die Frage ist 2026 nicht, ob Neo-Broker ein Kinderdepot führen – fünf von sechs tun es. Entschieden wird an zwei anderen Stellen: an der rechtlichen Bindung und an der Mindestsparrate, die bei kleinen Raten den Kreis auf die Anbieter mit 1 € Einstieg verengt.

Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen, Verluste bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich – auch in einem Depot auf den Namen eines Kindes. Dieser Beitrag ist eine journalistische Übersicht, keine Anlageberatung.

Methodik: Unsere Testmethodik | Alle Neobroker im Vergleich | Top Neo-Broker Anbieter


Häufige Fragen

Bieten Trade Republic und Scalable Capital ein Junior Depot an?

Ja. Beide führen ein Kinderdepot, ebenso finanzen.net zero, flatex und Traders Place. Für Smartbroker+ liegt uns dazu keine Anbieterangabe vor. Fünf der sechs geprüften Anbieter führen also ein Kinderdepot.

Ab welcher Sparrate lässt sich ein Kinderdepot bespielen?

Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero, Smartbroker+ und Traders Place führen Sparpläne ab 1 € Sparrate aus. Bei flatex liegt die Mindestsparrate bei 25 € je Ausführung – 10 € im Monat sind dort nicht abbildbar. Das sind die allgemeinen Sparplan-Konditionen der Anbieter.

Wem gehört das Geld im Junior Depot?

Dem Kind, von der ersten Einzahlung an. Eltern verwalten das Vermögen treuhänderisch und zum Wohl des Kindes (§§ 1626 ff., 1642 BGB); Entnahmen für eigene Zwecke sind unzulässig. Mit dem 18. Geburtstag verfügt das Kind allein über das Depot.

Schadet ein Junior Depot dem späteren BAföG-Anspruch?

Angerechnet wird das Vermögen des Kindes, mit einem Freibetrag von 15.000 € (§ 29 BAföG; ab 30 Jahren 45.000 €). Beim Einkommen der Eltern zählt das Einkommen, nicht deren Vermögen. Das Risiko liegt also beim Depot auf den Namen des Kindes, nicht beim Elterndepot.

Welche Freibeträge hat mein Kind 2026?

Der Grundfreibetrag beträgt 2026 12.348 € (§ 32a EStG), dazu kommen der eigene Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €. Diese Beträge greifen nur, solange das Kind keine weiteren Einkünfte hat. Der Sparer-Pauschbetrag wirkt zudem nur über einen eigenen Freistellungsauftrag beim Broker. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung.

Bleibt die beitragsfreie Familienversicherung bestehen?

Für die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse gilt 2026 eine Einkommensgrenze von 565 € im Monat. Erträge aus dem Kinderdepot zählen zu den Einkünften des Kindes. Das ist eine allgemeine Einordnung und keine Steuerberatung.

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