finanzen.net zero Alternative 2026: Was der Nullpreis wirklich kostet

vergleich
Inhalt geprüft am 31. August 2026 von der Benchmark-Buddy-Redaktion

Transparenz: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kaufst oder registrierst du dich darüber, erhalten wir eine Provision — der Preis für dich bleibt gleich. Wie wir testen und bewerten

finanzen.net zero Alternative 2026: Was der Nullpreis wirklich kostet

Wer bei finanzen.net zero ab 500 € Ordervolumen handelt, zahlt 0 € Ordergebühr – ein Wechsel lohnt hier nicht wegen der Order. Der Preis steckt woanders: keine Guthabenzinsen auf dem Verrechnungskonto, 1 € Mindermengenzuschlag unter 500 €, ein einziger Handelsplatz (gettex) und eine Vermittler-Konstruktion statt einer eigenen Bank. Diese Seite rechnet vor, was der Nullpreis an anderer Stelle kostet.

Alle Konditionen am 31.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft; die Konditionen von Scalable Capital wurden an diesem Tag eigens auf den zum 01.09.2026 wirksamen Preisstand nachgeprüft. Stand: 31.08.2026.

Was finanzen.net zero beim Handeln richtig macht

Damit klar ist, worum es hier nicht geht: Bei den Handelskosten ist der Anbieter kaum zu unterbieten. 0 € Ordergebühren ab 500 € Ordervolumen, keine Depotgebühren, keine Fremdkostenpauschale – hinzu kommen lediglich marktübliche Spreads. Der Anbieter formuliert es selbst so: „Die Ordergebühren übernehmen unsere Handelspartner für Dich.“

Handelbar sind über 8.500 Aktien aus 52 Ländern und über 2.000 ETFs, Sparpläne laufen ab 1 €. Die Stiftung Warentest hat den Anbieter in Ausgabe 12/2025 als Kostensieger in allen Preismodellen geführt. Die PFOF-Umstellung erfolgte zum 01.03.2026 ohne Preisänderung für Kunden; das PFOF-Verbot gilt seit dem 1. Juli 2026 ohnehin für alle. Details zum Anbieter stehen in unserem finanzen.net zero Test.

Der eigentliche Preis: null Zinsen auf dem Verrechnungskonto

Das ist der härteste Punkt und für viele der teuerste: finanzen.net zero zahlt keine Guthabenzinsen auf das Verrechnungskonto. Wer dort Cash parkt, bekommt null. Der Anbieter verweist als Alternative auf Geldmarkt-ETFs – man muss also aktiv investieren, um überhaupt Zinsen zu bekommen, statt sie automatisch gutgeschrieben zu bekommen.

Was das in Zahlen bedeutet, zeigt ein Puffer von 10.000 € über ein Jahr (vor Steuern):

AnbieterZinssatzauf 10.000 € p.a.
finanzen.net zerokeine Guthabenzinsen0 €
Scalable Capital (Tagesgeld)2,50 % p.a., unbegrenztes Guthaben250 €
Trade Republic2,25 % p.a. auf Cash225 €
Smartbroker+ (Zinskonto)2,0 % p.a. bis 100.000 €200 €
Traders Place2,0 % p.a. ab 5.000 € Einlage200 €

Zwei Einschränkungen gehören dazu: Bei Scalable Capital gelten die 2,50 % für das Tagesgeldkonto – das Broker-Guthaben auf dem Verrechnungskonto wird dort ebenfalls mit 0 % p.a. verzinst. Bei Traders Place greifen die 2,0 % erst ab 5.000 € Einlage, werden vierteljährlich gutgeschrieben und sind bis zum 31.12.2027 befristet.

Zur Einordnung: 225 € Zinsertrag entsprechen bei Trade Republic rechnerisch 225 Bestpreis-Orders zu je 1,00 € Abwicklungskostenpauschale. Wer einen Puffer im Depot hält, zahlt für den Nullpreis also mit entgangenen Zinsen – oft mehr, als Ordergebühren anderswo ausmachen.

Steuerlich sind Zinsen Kapitalerträge: Es fallen 25 % Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag (ggf. Kirchensteuer) an. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben sie steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag beim jeweiligen Anbieter hinterlegt ist.

Unter 500 Euro: was der Mindermengenzuschlag ausmacht

Die 0 € gelten erst ab 500 € Ordervolumen. Darunter fällt ein Mindermengenzuschlag von 1 € an. Bei einer Order über 100 € ist das 1 % des Einsatzes, bei 200 € noch 0,5 %.

Ehrlicherweise: Ein Wechsel löst dieses Problem nur zum Teil. Traders Place berechnet über gettex und den Baader-Direkthandel 0,95 € bei Orders unter 500 € Kurswert, Smartbroker+ über gettex 1 € bis 499,99 €. Bei Trade Republic kostet die Bestpreis-Order 1,00 € Abwicklungskostenpauschale, unabhängig von Ordergröße und Anlageklasse. Bei Scalable Capital kommt es ab dem 01.09.2026 auf den Handelsplatz an: über gettex und Xetra kostet die Order dann 1,99 € in beiden Tarifen, über die European Investor Exchange unverändert 0,99 € im FREE-Tarif und 0 € ab 250 € Ordervolumen im PRIME+-Tarif (4,99 € im Monat). Für Orders zwischen 250 und 500 € ist das die einzige hier verglichene Kondition, die auf 0 € kommt – dafür fallen 59,88 € Abogebühr im Jahr an. Unter 250 € kostet auch die Order über die European Investor Exchange 0,99 €.

Die einzige rechnerisch saubere Lösung für kleine Beträge sind Sparpläne: 0 € bei Trade Republic und Scalable Capital (je ab 1 € Sparrate), bei Smartbroker+ und bei flatex (Mindestsparrate 25 €). Bei Traders Place sind Sparpläne teils kostenpflichtig.

Ein Handelsplatz: wann gettex reicht und wann nicht

finanzen.net zero handelt über einen einzigen Handelsplatz: gettex. Es gibt keine Börsenwahl, kein Xetra, keinen Direktzugang zu Auslandsbörsen. Wer Standard-ETFs und große Aktienwerte zu den üblichen Handelszeiten kauft und liegen lässt, merkt davon nichts außer dem Spread. Eng wird es bei Randzeiten, illiquiden Titeln oder wenn ein bestimmter Ausführungsplatz gefordert ist.

Wer Börsenwahl braucht, findet sie hier:

  • Trade Republic: 30 Börsenplätze zur Auswahl (unter anderem Xetra, Euronext, Nasdaq) beim Direktpreis von 2,00 € pro Order. Alternativ die Bestpreis-Order für 1,00 € Abwicklungskostenpauschale, ausgeführt über ein aggregiertes Orderbuch.
  • Smartbroker+: neben gettex auch Xetra, Tradegate, Lang & Schwarz Exchange, Baader Trading, Regionalbörsen und OTC-Direkthandel – allerdings mit Aufpreis. Xetra kostet 4 € + 0,01 % zuzüglich börsenplatzabhängiger Entgelte ab 1,50 €, also mindestens 5,50 €; Tradegate, L&S und Baader Trading je 4 €.
  • Scalable Capital: European Investor Exchange, gettex und Xetra. Ab dem 01.09.2026 kosten gettex und Xetra 1,99 € pro Trade – Xetra damit weniger als zuvor (3,99 € plus Börsengebühr). Über die European Investor Exchange bleibt es bei 0,99 € im FREE-Tarif und 0 € ab 250 € Ordervolumen im PRIME+-Tarif.

Die Einordnung gegen die übrigen Anbieter steht im Neo-Broker-Vergleich 2026.

Vermittler, Haftungsdach, Depotbank: wer hier eigentlich wer ist

Hinter finanzen.net zero stehen drei getrennte Rollen:

  • finanzen.net zero GmbH, Gartenstraße 67, Karlsruhe (HRB 740449, Mannheim) – tritt als vertraglich gebundener Vermittler auf.
  • DonauCapital Wertpapier GmbH – stellt das Haftungsdach, unter dem vermittelt wird.
  • Baader Bank AG – führt das Depot.

Das ist kein Sicherheitsvorwurf, sondern eine Frage der Vertragsstruktur. Wer eine Bank als direkten Vertragspartner möchte, findet sie bei Trade Republic (Trade Republic Bank GmbH), bei Scalable Capital (Scalable Capital Bank GmbH, eigene Vollbanklizenz der EZB seit September 2025, eigene Depotführung seit Dezember 2025) oder bei flatex (flatexDEGIRO Bank SE, deutsches Kreditinstitut und Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken).

Ein Umzug zu Smartbroker+ oder Traders Place ändert daran wenig: Auch dort führt die Baader Bank AG das Depot, und Traders Place ist selbst nur Anlagevermittler nach WpIG. Wie Einlagensicherung und Sondervermögen bei Neo-Brokern zusammenspielen, erklären wir in unserem Beitrag zur Sicherheit bei Neobrokern.

Fazit: für wen der Nullpreis unterm Strich teuer wird

Rechnerisch teuer wird finanzen.net zero für vier Gruppen: für Anleger mit Cash-Puffer im Depot (bei 10.000 € sind das 200 bis 250 € entgangene Zinsen im Jahr), für alle, die regelmäßig unter 500 € ordern, für alle mit Bedarf an einer bestimmten Börse und für alle, denen eine Bank als direkter Vertragspartner wichtig ist.

Umgekehrt gilt genauso klar: Wer ab 500 € ordert, keinen größeren Puffer parkt und mit gettex auskommt, hat schlicht keinen Kostengrund zu wechseln – die Stiftung-Warentest-Auszeichnung als Kostensieger aus 12/2025 kommt nicht von ungefähr. Die entscheidende Frage ist nicht, welcher Broker generell günstiger ist, sondern wie viel Cash bei euch dauerhaft unverzinst herumliegt.


Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Kursverluste bis hin zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Dieser Beitrag ist eine Kosten- und Konditionenübersicht und stellt keine Anlageberatung dar. Mit * gekennzeichnete Links sind Affiliate-Links.

Häufige Fragen

Zahlt finanzen.net zero Zinsen auf das Guthaben?

Nein. Auf das Verrechnungskonto gibt es keine Guthabenzinsen; der Anbieter verweist stattdessen auf Geldmarkt-ETFs als Tagesgeld-Alternative. Zum Vergleich (Stand 31.08.2026): Trade Republic zahlt 2,25 % p.a. auf Cash, Scalable Capital 2,50 % p.a. auf dem Tagesgeldkonto (Broker-Guthaben dort 0 %), Smartbroker+ 2,0 % p.a. bis 100.000 Euro.

Wie viel Zinsen entgehen mir auf 10.000 Euro?

Bei finanzen.net zero sind es 0 Euro im Jahr. Dieselben 10.000 Euro bringen vor Steuern rund 250 Euro beim Scalable-Tagesgeld, 225 Euro bei Trade Republic und 200 Euro bei Smartbroker+ oder Traders Place. Zinsen sind Kapitalerträge: 25 % Abgeltungsteuer plus Soli, steuerfrei bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 Euro beziehungsweise 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung.

Was kostet eine Order unter 500 Euro bei finanzen.net zero?

Unter 500 Euro Ordervolumen fällt 1 Euro Mindermengenzuschlag an, bei einer 100-Euro-Order also 1 % des Einsatzes. Die Alternativen sind kaum besser: Traders Place berechnet 0,95 Euro unter 500 Euro über gettex und Baader-Direkthandel, Smartbroker+ 1 Euro bis 499,99 Euro über gettex. Bei Scalable Capital kostet eine Order über die European Investor Exchange auch nach dem 01.09.2026 unverändert 0,99 Euro im FREE-Tarif und 0 Euro ab 250 Euro Ordervolumen im PRIME+-Tarif für 4,99 Euro im Monat. Ganz ohne Ordergebühr geht es sonst nur über Sparpläne, die bei Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker+ und flatex 0 Euro kosten.

Über welche Handelsplätze läuft finanzen.net zero?

Ausschließlich über gettex. Eine Börsenwahl, Xetra oder ein Direktzugang zu Auslandsbörsen sind nicht vorgesehen. Trade Republic bietet beim Direktpreis von 2,00 Euro 30 Börsenplätze inklusive Xetra, Euronext und Nasdaq, Scalable Capital handelt über die European Investor Exchange, gettex und Xetra; ab dem 01.09.2026 kosten gettex und Xetra dort 1,99 Euro pro Trade, die European Investor Exchange weiterhin 0,99 Euro im FREE-Tarif und 0 Euro ab 250 Euro Ordervolumen im PRIME+-Tarif.

Wer führt bei finanzen.net zero mein Depot?

Die Baader Bank AG. Die finanzen.net zero GmbH aus Karlsruhe tritt als vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH auf. Wer eine Bank als direkten Vertragspartner möchte, findet sie bei Trade Republic (Trade Republic Bank GmbH), Scalable Capital (Scalable Capital Bank GmbH) oder flatex (flatexDEGIRO Bank SE).

Wann gibt es keinen Kostengrund, von finanzen.net zero wegzugehen?

Wer ab 500 Euro Ordervolumen handelt, keinen größeren Cash-Puffer im Depot parkt und mit gettex als einzigem Handelsplatz auskommt, zahlt hier faktisch nichts. Die Stiftung Warentest hat den Anbieter in Ausgabe 12/2025 als Kostensieger in allen Preismodellen geführt.

Auch interessant