Aktien kaufen App 2026: Order-Masken, Web Terminal und Handelsplatzwahl
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Eine Aktien-App unterscheidet sich 2026 vor allem darin, wie viele Entscheidungen sie euch beim Kauf abverlangt. Trade Republic ist weiterhin app-first, hat seit der Umstellung des Handelsmodells am 02.07.2026 aber ein kostenloses Web Terminal mit Pro Charting, Asset Screener und Echtzeitkursen – der klassische Grund, wegen einer fehlenden Desktop-Oberfläche zu einem anderen Anbieter zu wechseln, ist damit weg. finanzen.net zero führt alle Orders über einen einzigen Handelsplatz, bei Smartbroker+ gehört die Handelsplatzwahl dagegen zum Bestellvorgang – mit direkter Kostenfolge.
Stand: 31.08.2026. Alle Konditionen am 31.08.2026 auf den offiziellen Anbieterseiten geprüft; die Preisliste von Scalable Capital haben wir an diesem Tag erneut abgeglichen.
Aktien kaufen per App: Worum es in diesem Artikel geht
Hier geht es um die Bedienoberfläche – also darum, wie eine Order in der App zustande kommt, welche Ordermodelle und Orderarten zur Auswahl stehen und ob ihr am Rechner weiterarbeiten könnt. Die reine Preisdiskussion führen wir an anderer Stelle: im Artikel Aktien kaufen ohne Gebühren und im Neo-Broker-Vergleich. Preise nennen wir unten nur dort, wo sie unmittelbar aus einer Bedienentscheidung folgen – und das ist häufiger der Fall, als es aussieht.
Ein Hinweis vorweg zum Marktrahmen: Das PFOF-Verbot gilt seit dem 1. Juli 2026 und betrifft alle Anbieter gleichermaßen. „Kein Payment for Order Flow“ ist deshalb kein Unterscheidungsmerkmal mehr. Was Anbieter heute unterscheidet, sind Ordermodell, Handelsplatzangebot und Oberfläche.
Trade Republic: app-first, aber nicht mehr nur App
Trade Republic wird von der Trade Republic Bank GmbH in Berlin betrieben, einer deutschen Vollbank, und ist konsequent vom Smartphone her gedacht. Neu ist, dass daneben ein kostenloses Web Terminal steht. Es bringt Pro Charting mit Indikatoren und Zeichenwerkzeugen, einen Asset Screener zum Filtern von Werten sowie Echtzeitkurse auf Xetra, Euronext und Nasdaq. Wer bisher wegen der fehlenden Desktop-Oberfläche zu einem anderen Broker gegangen ist, hat diesen Grund nicht mehr. Mehr Details im Trade Republic Test.
Wichtig für alle, die einen älteren Ratgeber gelesen haben: Die Anbindung an die Lang & Schwarz Exchange ist seit dem 02.07.2026 beendet. Darstellungen, die diesen Handelsweg noch beschreiben, sind überholt. Auf nicht investiertes Guthaben zahlt Trade Republic nach eigenen Angaben 2,25 % p. a., täglich berechnet und monatlich ausgezahlt; die Quelle sind laut Anbieter Zinsen von Partnerbanken und Dividenden aus Geldmarktfonds.
Bestpreis oder Direktpreis – die zentrale Entscheidung in der Order-Maske
Die App fragt euch beim Kauf, wie ausgeführt werden soll. Das ist der eine Punkt, an dem ihr in der Oberfläche wirklich etwas entscheidet:
| Ordermodell | Was in der App passiert | Kosten |
| Bestpreis | Ausführung „unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic“ über ein aggregiertes Orderbuch. Ihr wählt keinen Handelsplatz. | Orderprovision kostenfrei, 1,00 € Abwicklungskostenpauschale – unabhängig von Ordergröße und Anlageklasse |
| Direktpreis | Ihr wählt selbst aus 30 Börsenplätzen (u. a. Xetra, Euronext, Nasdaq). | 2,00 € pro Order |
Market-, Limit- und Stop-Orders lassen sich direkt an der Börse platzieren, dazu gibt es ein Live-Orderbuch. Für den Sparplan-Alltag ist das irrelevant – Sparplanausführungen auf Aktien, ETFs und Krypto sind kostenfrei und ab 1 € möglich. Für alle, die eine Order bewusst an einem bestimmten Platz aufgeben wollen, ist es der Unterschied zwischen „geht nicht“ und „kostet einen Euro mehr“.
finanzen.net zero: ein Handelsplatz, ein Ablauf
finanzen.net zero geht den entgegengesetzten Weg: Es gibt genau einen Handelsplatz (gettex). Die Order-Maske stellt euch die Handelsplatzfrage also gar nicht erst – weniger Entscheidungen, weniger Fehlerquellen, aber auch keine Wahlmöglichkeit. Betreiberin ist die finanzen.net zero GmbH aus Karlsruhe als vertraglich gebundener Vermittler unter dem Haftungsdach der DonauCapital Wertpapier GmbH, Depotbank ist die Baader Bank AG. Der Anbieter selbst wirbt mit 4,7 Sternen im App Store und bei Google Play.
Kostenseitig relevant bleibt: 0 € Ordergebühren ab 500 € Ordervolumen, darunter 1 € Mindermengenzuschlag, zzgl. marktüblicher Spreads. Guthabenzinsen auf das Verrechnungskonto gibt es nicht; der Anbieter verweist stattdessen auf Geldmarkt-ETFs. Angeboten werden nach Anbieterangaben über 8.500 Aktien aus 52 Ländern und über 2.000 ETFs, Sparpläne ab 1 €. Mehr im finanzen.net zero Test.
Scalable Capital: Ab dem 01.09.2026 entscheidet der Handelsplatz
Wer die Scalable-App nutzt oder gerade vergleicht, sollte das Datum kennen: Zum 01.09.2026 läuft die Sonderkondition für den Handelsplatz gettex aus. Über gettex kostet ab diesem Datum jeder Trade 1,99 € in beiden Tarifen – auch für PRIME-ETFs – statt bisher 0,99 € beziehungsweise statt 0 € ab 250 € Ordervolumen. An der European Investor Exchange ändert sich dagegen nichts: im Tarif FREE 0 € für PRIME-ETFs ab 250 € und 0,99 € für jeden anderen Trade, im Tarif PRIME+ 0 € ab 250 € und 0,99 € darunter. Xetra kostet ab dem 01.09.2026 1,99 € pauschal statt 3,99 € plus Börsengebühr und wird damit günstiger. Alle drei Handelsplätze bleiben verfügbar. Für die App heißt das: Ab dem 1. September 2026 entscheidet der Handelsplatz im Orderfenster über den Preis – wer im Tarif PRIME+ weiter gebührenfrei handeln will, wählt die European Investor Exchange; wer gettex aus Gewohnheit stehen lässt, zahlt 1,99 € statt nichts.
Zwei Punkte, die in älteren Texten regelmäßig falsch stehen: Die Baader Bank ist nicht mehr die Depotbank – Scalable Capital hat seit September 2025 eine eigene Vollbanklizenz der EZB und führt die Depots seit Dezember 2025 über die Scalable Capital Bank GmbH selbst. Und der frühere PRIME-Tarif ist für Neukunden nicht mehr buchbar; buchbar sind FREE (0,00 €/Monat) und PRIME+ (4,99 €/Monat). Beim Guthaben lohnt der genaue Blick in der App: 2,50 % p. a. Tagesgeld auf unbegrenztes Guthaben in beiden Tarifen, aber 0 % p. a. auf das Broker-Verrechnungskonto. Sparpläne kosten in beiden Tarifen 0 € ab 1 € Sparrate. Details im Scalable Capital Test und im direkten Vergleich Trade Republic vs. Scalable Capital.
Wenn die App eine Handelsplatzwahl verlangt: Smartbroker+
Bei Smartbroker+ ist die Wahl des Handelsplatzes Teil der Order – und dieser eine Klick entscheidet über die Kosten. Über gettex zahlt ihr 0 € ab 500 € Ordervolumen und 1 € bis 499,99 €. Über Xetra sind es 4 € + 0,01 % zuzüglich börsenplatzabhängiger Entgelte ab 1,50 € – also mindestens 5,50 €. Tradegate, L&S Exchange und Baader Trading kosten 4 €. Wer die Auswahl unbesehen so lässt, wie sie voreingestellt ist, kann bei derselben Order also einen deutlich unterschiedlichen Betrag bezahlen. Betreiberin ist die Smartbroker AG in Berlin, Depotbank die Baader Bank AG; Depot- und Kontoführung inklusive Nebendepots und Währungskonten sind kostenlos, Sparpläne kosten 0 €.
Und wenn es kein Neo-Broker sein soll?
flatex ist ein klassischer Direktbroker, kein Neo-Broker – betrieben von der flatexDEGIRO Bank SE, einem deutschen Kreditinstitut und Mitglied der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken. Das schlägt sich im Preis nieder: 5,90 € Orderprovision plus Fremdkosten (2,00 € Pauschale bei Tradegate, Lang & Schwarz, Baader Bank, gettex, Quotrix und Société Générale; an Börsen z. B. Xetra ab 1,98 €) – real also 6,95 € bis 7,90 € pro gewöhnlicher Order. Dafür sind alle ETF- und Fondssparpläne kostenlos: über 6.000 Stück, Mindestsparrate 25 €. Guthabenzinsen weist flatex nicht aus.
So kauft ihr eure erste Aktie – Schritt für Schritt
- Broker-App wählen & installieren: Überlegt zuerst, ob ihr eine Handelsplatzwahl treffen wollt oder nicht – danach unterscheiden sich die Oberflächen am stärksten. Ladet die App aus dem App Store oder bei Google Play.
- Depot eröffnen: Registriert euch in der App und identifiziert euch per VideoIdent.
- Geld einzahlen: Überweist Geld auf das Verrechnungskonto. Prüft dabei, ob das Guthaben verzinst wird – bei Scalable Capital gilt die Verzinsung für das Tagesgeld, nicht für das Broker-Verrechnungskonto.
- Aktie oder ETF suchen: Sucht in der App nach Name oder ISIN und prüft Kurs, Handelsplatz und Gebühren, bevor ihr die Order öffnet.
- Order ausführen: Legt Stückzahl oder Betrag fest, wählt die Orderart (Market, Limit, Stop) und bestätigt. Für regelmäßiges Investieren richtet ihr stattdessen einen Sparplan ein.
Worauf ihr bei einer Aktien-App achten könnt
| Kriterium | Worauf achten |
| Handelsplatzwahl | Nimmt euch die App die Wahl ab (finanzen.net zero: ein Handelsplatz) oder verlangt sie eine Entscheidung mit Kostenfolge (Smartbroker+)? Bei Scalable Capital entscheidet der Handelsplatz ab dem 1. September 2026 über den Orderpreis – European Investor Exchange gegen gettex. |
| Ordermodell | Aggregiertes Orderbuch oder freie Börsenwahl – bei Trade Republic 1,00 € gegen 2,00 € |
| Orderarten | Market, Limit, Stop; Live-Orderbuch für die Ausführung an der Börse |
| Desktop-Zugang | Gibt es eine Weboberfläche? Bei Trade Republic ist das Web Terminal kostenlos. |
| Analysewerkzeuge | Charting mit Indikatoren, Screener, Echtzeitkurse statt verzögerter Kurse |
| Sparplan-Einrichtung | Mindestsparrate und Kosten je Ausführung – ab 1 € bei den Neo-Brokern, ab 25 € bei flatex |
Steuern: Was in der App automatisch passiert
Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fällt die Abgeltungsteuer von 25 % an, dazu Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Deutsche Depotbanken führen die Steuer in der Regel automatisch ab. Der Sparer-Pauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person bzw. 2.000 € bei Zusammenveranlagung; damit er greift, müsst ihr in der App einen Freistellungsauftrag hinterlegen. Das ist bei jedem Broker ein eigener Menüpunkt und wird beim Depotwechsel gern vergessen. Wie wir Anbieter bewerten, steht unter So testen wir.
Fazit: Die App-Frage hat sich verschoben
Bis vor Kurzem lief die Diskussion auf „App-only gegen Desktop“ hinaus. Seit Trade Republic ein kostenloses Web Terminal mit Charting, Screener und Echtzeitkursen anbietet, ist das kein Trennkriterium mehr. Was bleibt, ist die Frage, wie viel Steuerung ihr in der Order-Maske wollt: gar keine (finanzen.net zero mit einem Handelsplatz), eine bewusste Wahl zwischen Bestpreis und Direktpreis (Trade Republic) oder die volle Handelsplatzwahl mit unmittelbarer Kostenfolge (Smartbroker+). Welches Modell rechnerisch günstiger ist, hängt von Ordergröße und Handelshäufigkeit ab – die Zahlen dazu stehen im Neo-Broker-Vergleich.
Risikohinweis: Wertpapiere unterliegen Kursschwankungen. Kursverluste bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals sind möglich. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlässlicher Indikator für künftige Ergebnisse. Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine Anlageberatung, Anlagevermittlung oder Kaufempfehlung. Mit * markierte Links sind Affiliate-Links: Kauft ihr über einen solchen Link, erhalten wir eine Provision. Für euch ändert sich der Preis nicht.
Weiterlesen bei Benchmark Buddy: Neo-Broker Vergleich | Top Neo-Broker | So testen wir | Aktien kaufen ohne Gebühren | Bestes Depot für Anfänger | Trade Republic vs. Scalable Capital | Trade Republic Test | finanzen.net zero Test
Häufige Fragen
Brauche ich zum Aktienkauf bei Trade Republic zwingend ein Smartphone?
Nein. Neben der App gibt es seit der Umstellung ein kostenloses Web Terminal. Es bietet Pro Charting mit Indikatoren und Zeichentools, einen Asset Screener und Echtzeitkurse auf Xetra, Euronext und Nasdaq. Wer bisher wegen der fehlenden Desktop-Oberfläche zu einem anderen Anbieter gewechselt ist, hat diesen Grund nicht mehr.
Was ist der Unterschied zwischen Bestpreis und Direktpreis in der Trade-Republic-App?
Bei der Bestpreis-Order wird über ein aggregiertes Orderbuch unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt; die Orderprovision ist kostenfrei, es fällt eine Abwicklungskostenpauschale von 1,00 € an, unabhängig von Ordergröße und Anlageklasse. Beim Direktpreis wählt ihr selbst einen von 30 Börsenplätzen, unter anderem Xetra, Euronext und Nasdaq, und zahlt 2,00 € pro Order.
Muss ich in der App einen Handelsplatz auswählen?
Das hängt vom Anbieter ab. finanzen.net zero führt alle Orders über einen einzigen Handelsplatz (gettex), die Frage stellt sich dort also nicht. Bei Smartbroker+ gehört die Handelsplatzwahl zur Order und hat direkte Kostenfolgen: über gettex 0 € ab 500 € Ordervolumen, über Xetra 4 € + 0,01 % plus börsenplatzabhängige Entgelte ab 1,50 €, also mindestens 5,50 €.
Welche Orderarten kann ich per App nutzen?
Market-, Limit- und Stop-Orders lassen sich bei Trade Republic direkt an der Börse platzieren, dazu gibt es ein Live-Orderbuch. Für regelmäßiges Investieren nutzt ihr stattdessen einen Sparplan: Sparplanausführungen auf Aktien, ETFs und Krypto sind bei Trade Republic kostenfrei und ab 1 € möglich.
Ändert sich bei Scalable Capital zum 01.09.2026 etwas?
Ja, aber nur an einem Handelsplatz. Über gettex kostet ab dem 01.09.2026 jeder Trade 1,99 € in beiden Tarifen, auch für PRIME-ETFs – bis zum 31.08.2026 waren es dort 0,99 € beziehungsweise 0 € ab 250 € Ordervolumen. An der European Investor Exchange bleibt es unverändert: im Tarif FREE 0,99 € je Trade und 0 € für PRIME-ETFs ab 250 €, im Tarif PRIME+ 0 € ab 250 € und 0,99 € darunter. Xetra kostet ab demselben Datum 1,99 € pauschal statt 3,99 € plus Börsengebühr. Buchbar sind für Neukunden FREE für 0,00 €/Monat und PRIME+ für 4,99 €/Monat.
Fallen beim Aktienkauf per App Steuern an?
Auf Kursgewinne, Dividenden und Zinsen fällt Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer an. Deutsche Depotbanken führen sie in der Regel automatisch ab. Der Sparer-Pauschbetrag liegt bei 1.000 € pro Person und 2.000 € bei Zusammenveranlagung; dafür müsst ihr in der App einen Freistellungsauftrag hinterlegen.



